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Interviews veröffentlicht im Sonic Seducer Musikmagazin

15 Apr

Im gut sortieren Zeitschriftenhandel und online im Abo Sonic Seducer

Aktuelle Ausgabe:

 

 

Adriano Canzian – My Music Is Very Sexy

11 Jan

Eins steht jetzt schon fest: „Pornography“, das aktuelle Album von Adriano Canzian wird für großen Wirbel sorgen. Der völlig eigenständige, geradlinige, kompromisslose minimale Gay Acid Sound vom Mailänder Gigolo Künstler liefert reichlich Gesprächsstoff.

Nun ist es geschafft: „Pornography“ ist fertig. Erzähl uns doch mal von Deiner musikalischen Entwicklung… „Pornography“ ist das Resultat 3-jähriger Arbeit. Meine Karriere als Produzent entwickelte sich nach und nach, früher malte ich und habe in Paris gelebt. Dann habe ich meine Leidenschaft zur elektronischen Musik entdeckt. Das meiste habe ich mir selbst angeeignet, ohne damals Erfahrung und Equipment zu haben. Mit einem Computer, Software und Mikrofon habe ich die Nächte damit verbracht, meine Ideen im Kopf musikalisch umzusetzen.

Wie bist Du zum Label gekommen?? Nach 2 Jahren harter Arbeit habe ich meine Demos zu allen möglichen Plattenfirmen geschickt, schon damals war Gigolo Records mein Favorit. Aber als ich von Hell persönlich hörte, dass er mich exklusiv für Gigolo haben wollte, konnte ich mein Glück kaum fassen, es war einer der schönsten Tage in meinem Leben, weil mein Traum in Erfüllung gegangen ist.

Welcher der Tracks Deines Albums bedeuten Dir am meisten und warum? Jeder Track ist für mich von großer Bedeutung. Als ich „My Boyfriend Is Very Sexy“ geschrieben hatte, war ich mit so einem zusammen, er hat mich inspiriert. Die Musik sollte so stark und ausdrucksvoll, wie die Gefühle für diesen Mann sein. Irgendwann war es aus, aber noch heute, wenn ich den Track höre, muss ich an seine dunklen Augen denken. Der erste Song des Albums „You Know“, beginnt mit aufgenommenen Geräuschen eines Liebesspiels mit einem Amerikanischen Lover. Mein Lieblingslied ist „Acid And Pervers Dream“, wenn ich es beim Sex höre, gibt es mir so eine enorme Energie, geil!

Ist Pornografie in Deinem Leben ein wichtiger Teil? Pornografie nicht, aber ich denke Sex ist das Wichtigste im Leben. Wir brauchen doch alle eine befriedigendes Sexualleben. „Sex Moves The World“. Sex ist so wichtig wie Essen und Trinken, warum wird es von manchen Menschen als etwas Dreckiges und Verbotenes dargestellt?! Das kann ich nicht verstehen, es ist die schönste und natürlichste Sache der Welt.

Wird es eine „Pornography“-Tour zum Album geben? Das Album wird am 16. Mai veröffentlicht. Deutschland mag ich total gerne, hier gibt´s gute Clubs, Musik und Boys. Ich hoffe, dass es noch einige Tour-Termine geben wird.

Wie sehen die Reaktionen der Mitmenschen aus, auf deinen doch schrägen Stil? Das ist mir eigentlich egal. Es gibt immer Leute die einen mögen und andere halt nicht. Ich bin ein Sohn der 80er, es ist immer so, wenn man was anderes macht, als alle anderen, hat man oft mit einigen Neidern zu kämpfen.

Was darf bei deiner Show nicht fehlen? Ein Mix vieler Dinge, geil ist, verschiedene Styles zu mischen. Es gehört auf jeden Fall eine punk-gay-porno-glamour-trash-chic-Show dazu. Ich spiele keine DJ-Sets, was ich mache ist was völlig anderes! Eine Live-Performance mit einer geilen Show von zwei Tänzern Misss Love und The Poison. Gleichzeitig wird mein neues Video „ The Adriano´s Sex Experience Video“ gezeigt, garantiert nicht jugendfrei…

Von wem stammen die Vocals? Viele der Stimmen, die ich für meine Songs benutze sind von Freuden und Liebhabern. Ich mag es Gespräche aufzunehmen, nette Momente mit meinen Freunden und sexuelle Spiele mit meinem Partner und die hinterher in meinen Songs zu verarbeiten. Alles soll punk sein, ich arbeite nicht in großen Studios, sondern in meinem „Porno-Studio“, um meine Musik zu produzieren.

Wie ist das Leben in Italien, gibt es eine große elektronische Musikszene? In Italia kommt alles etwas verspätet. Was ich überhaupt nicht mag, dass man in den Clubs fasst nur House-Musik hört, das hasse ich! Toll ist, dass ich der einzige Gigolo-Künstler aus Italien bin, viele gönnen es mir nicht, weil ich jung bin und wohl noch keine 20-jährige musikalische Erfahrung habe, aber „that´s life“.

Was hast du Dir dieses Jahr noch vorgenommen? Jetzt steht erst mal meine Tour an und ich arbeite schon wieder an meinem zweiten Album. Ich hoffe so sehr, dieses Jahr nach langer Zeit mal wieder Urlaub am Meer machen zu können, am liebsten mit einem neuen sexy Boyfriend „preferably Turkish“.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Mount Sims – Der heiße Gigolo

11 Dez

Mount Sims, der mit bürgerlichen Namen Matthew Sims heißt, stammt aus Milwaukee, einer Stadt im Osten der USA. Als Kind wuchs Matthew in einer Musikerfamilie auf, seine Mutter schenkte ihn eine Gitarre und einer seiner Brüder vererbte ihn seine umfassende Plattensammlung mit 500 Vinyls. Mr. Sims spielte in vielen Bands und schon damals waren für ihn die verschiedenen Styles von Rock, über Hardcore-Tech, Techno und Electro-Pop nicht befremdlich, sondern inspirierend.

Er arbeitete mit den Smashing Pumkins, den Smoking Popes und The Promise Ring zusammen. Anfang 2000 zog Mount Sims nach Los Angeles und wurde schnell ein Teil der dortigen Techno-und Electro-Underground-Szene. Er komponierte hier sowohl für die verrückten Modeshows von Ryan Heffington Musik, als auch für den Modedesigner Grant Krajeckie. Mit seiner Musik, die Themen, wie Techno(logie) und Sex vereinigt, knüpft er dort an die postmoderne Umgebung der 80er-Jahre in L.A. an. Er selbst bezeichnet seine Musik als „Technosexual Pop“. Als DJ Hell eine Promo von Mount Sims in die Hände bekam, nahm er das Ex-Model, Freak, Produzent und Showtalent, in seine Gigolo-Familie auf. Wer die heutigen Liveshows von Mount Sims kennt, weiß, warum es heißt, Mount Sims sei nun einer der heißesten und attraktivsten Künstler der amerikanischen Techno-und Electro-Punk-Szene. Er zeigt jetzt mehr als je zuvor, seine sehr eigene Definition von elektronischer Musik, eine großen Mischung aus Sexappeal und gleichzeitiger Romantik. Nachdem Mount Sims 2002 sein Debütalbum „Ultra Sex“ auf Gigolo Records veröffentlicht hat, folgt jetzt endlich sein 2. Album „Wild Light“ (VÖ war 31.01.). “Wild Light” ist wieder ein Mix aus Techno, Electro und Punk, dazugekommen sind Waveelemente und romantische Melodielinien. Mount Sims zeigt hier mit 15 Tracks seine Lust auf Experimente und dem Mut anders zu sein. Auf seiner Album-Release-Tour wurde der heiße Gigolo von seinem Freund Jeremy Dawson begleitet, einer der zur Zeit angesagtesten DJ und Produzenten Amerikas. Zeit für uns, Mount Sims ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen:

Dein erstes Album war „Ultra Sex“, erklär uns doch mal die Entwicklung vom Debütalbum zu Deinem neuen Album. Als “Ultra Sex” fertig war, sprachen die Medien über ein neues „Electro Revival“ und das Album bekam sehr viel Aufmerksamkeit. Besonders die gemixten Effekte sind gut angekommen für alle, die gerne elektronische Musik hören. Die Leute haben Electro gehört und dieses Wort hat richtig reingeschlagen. „Ultra Sex“ ist ein Partyalbum und da gibt es einige, die ich am liebsten mag (Blue Day und Escape Hatch). Der Rest war ein Mix aus sarkastischen Songs und Sex.  Lieder, die man nicht ganz so ernst nehmen sollte. Sie sollen einfach zum Tanzen anregen und Verlangen wecken. “Wild Light“ ist dagegen ein persönlicheres Album und zeigt eine andere Seite als „Ultra Sex“. Woher ich komme, wo ich lebe, über Romantik, aber auch über Gewalt.

Was ist in der Zwischenzeit noch so für Dich passiert? Da ist so einiges passiert… Meine damalige Beziehung ist in die Brüche gegangen und dann habe ich jemanden in München kennengelernt und mich verliebt. Jemanden, dem ich meine Gefühle nicht offenbaren konnte, das war eine schwierige Sache. Das Schlimmste war allerdings der Tod meiner Mutter, die mir unwahrscheinlich viel bedeutet hat. Sie war meine beste Freundin und mein Vorbild. Als ich das neue Album geschrieben habe, habe ich darin auch diese Gefühle verarbeitet. Als Mama tot war und dann auch noch meine Beziehung in die Brüche gegangen ist, ist für mich eine Welt eingebrochen. Ich habe mich gefühlt, wie in der Wüste, total leer. Ich fand das Leben einfach grausam. Diese furchtbaren Erfahrungen haben mich für “Wild Light” inspiriert. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch ein Buch gelesen “A Season In Hell” von Rimbaud, das mich ein wenig über den Tod getröstet hat, es ging um Wiedergeburt. Es gibt immer eine Hoffnung!

Deine ganze Familie war ja auch sehr musikalisch. Stimmt es, dass Du viele Musikinstrumente spielst? Ja ich kann 20 verschiedene Musikinstrumente spielen, yeah!

Warum interessierst Du Dich gerade so für elektronische Musik? Ich bin mit Kraftwerk aufgewachsen und habe zwischen Chicago (Traxx Records, großartige Housemusik, Frankie Bones) und Detroit (Plastikman, Detroit Tech) gelebt.

Ist es richtig, dass Du früher gemodelt hast? Ja, aber das ist nicht mehr so wichtig, würde ich jetzt auch nicht mehr machen. Bitte die nächste Frage!

Wie ist der Kontakt zu Gigolo Records entstanden? Mit Hell bin ich über´s Internet in Kontakt getreten. Ich habe ihn 3 CDs mit über 80 Songs geschickt und da müssen ihm einige gefallen haben.

Sex ist in Deinen Songs ein großes Thema, ein weiterer Punkt gut zum Gigolo-Image zu passen? Ehrlich gesagt habe ich mir vorher nie Gedanken über die Gigolosache und Sex gemacht. Gigolo ist für mich ein Ort, wo ich Underground leben kann. Bei Gigolo sind viele Künstler, die es nicht überall gibt, halt sehr spezial. Das passt einfach gut.

Zu Deinem neuen Album gab es eine Tour. Mit wem warst Du unterwegs? Die Tour hat größenteils einen riesigen Spaß gemacht. Ich mag es live zu performen. Allerdings gab es auch einige Clubs, die es nicht kannten, mal was anderes als puren Techno zu hören. Zu diesem Zeitpunkt hatten Jeremy und ich auch nicht die sexy Tänzer, das hat mit “Wild Light” auch nichts zu tun. Es ist echt witzig, dass die Leute so auf Tänzer abfahren, selbst zu purem Techno. Ich habe mich selber gefragt, ob sich die Leute wohl wirklich für die Musik interessieren oder für andere Dinge…

Wie waren die Tourstopps in Deutschland für Dich? Wo warst Du? Ein besonderes Erlebnis? Deutschland ist mein Lieblingsland. Die Leute sind sehr gut über die Musik informiert und wissen was gerade so abgeht. Bei meinen Auftritten haben mich die Partypeople gefragt, welche Programme ich benutze, die sind mit sehr viel Aufmerksamkeit dabei. Wir waren in Berlin, München, Düsseldorf… an alles kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich war mit der Person unterwegs, in die ich mich vor 2 Jahren verknallt hatte, bei den Auftritten habe ich ihm bei dem Song „Restless“ immer tief in die Augen geschaut.

Feiern die Deutschen anders, als die Amerikaner? Die Deutschen feiern ehrlicher als die Amerikaner und kennen sich einfach besser mit der Musik aus. Sie sind der elektronischen Musik offen und nehmen neue Sachen an. In Amerika ist alles mainstreamiger, Rock´n Roll ist da immer noch sehr gefragt.

Erzähl uns was über Dein Leben in den USA! Ich schreibe jeden Tag Musik, dann bin ich zufrieden. Ich mache Remixe, produziere und schreibe Texte. Ich lese viel, trinke Tee mit meinen Freunden und spreche mit ihnen darüber, wie groß die Chance ist, dass Bush einen Herzinfakt bekommt. So viel auf Parties gehe ich gar nicht mehr. Ach ja und ich gebe sehr viele E-Mail-Interviews *g*.

Von Deinem neuen Album „Wild Light“ ist der Song „No Yellow Lines“ in vielen Clubs schon rauf und runter gespielt worden. Was sind Deine Lieblingssongs auf „Wild Light“? Wie “No Yellow Lines” sind viele von der Art und Weise. Mein Lieblingssong ist: “Restless”, in dem Lied geht es um Sandro. “Ashes” mag ich auch sehr.

Wie ist der Titel „Wild Light“ entstanden? Mein bester Freund Elad Lassery hat dem Album diesen Namen gegeben. Es handelt von der magischen Kraft und der unkontrollierbaren Natur des Lebens

Warum gab es immer wieder Verzögerungen bis es veröffentlicht wurde? Das weiß ich nicht, ich habe es letztes Jahr im Sommer im Juni produziert.

Gibt es etwas ganz neues, was auf „Wild Light“ zu „Ultra Sex“ neu und ganz anders ist? Ja ich habe Ambient-Musik zum ersten Mal mit reingebracht

Welche Singleauskopplungen sind geplant? “Ashes” wird die nächste Single sein….

Magst Du nur düstere Musik? Nein nicht nur,  ich mag Musik, die Emotionen weckt. Ob abgefuckte Punkmusik, düstere oder fröhliche Musik. Doch wenn es ums Hören geht, mag ich am liebsten leichte Musik, denn um uns herum, ist es manchmal schon düster genug.

Wirst Du auch in Zukunft mit Gigolo zusammenarbeiten? Ich möchte immer mit Gigolo zusammenarbeiten, so lange, wie sie wollen.

Was hast Du Dir persönlich für die Zukunft vorgenommen? Im Mai werde ich nach Berlin ziehen, um mit meiner großen Liebe zusammenzusein und ich werde neue Alben produzieren. Ich habe eine Show geschrieben, welche ich in LA, NYC und vielleicht in Europa performen möchte.  Jetzt schreibe ich schon an den kommenden zwei Alben, eins wird das Follow up zu “Wild Light” sein und das andere ein Minimal Techno-Ambient Album.

(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Terence Fixmer – Angefixt von elektronischer Musik

4 Nov

 

Terence Fixmer hat 1999 HELL´s „This Is For You“ geremixt und seine zweite EP auf Gigolo released mit dem Titel “ Electric Vision“, das waren die Anfänge von ihm und Gigolo. Wir haben Terence Fixmer zu seinen „Roots“ befragt und was er in Zukunft noch so vor hat.
 

Wann bist du das erste Mal mit elektronischer Musik in Kontakt gekommen? Daran kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern… da war ich noch zu jung, ich kann mich nur daran erinnern, als ich angefangen habe elektronische Musik zu hören. Ich habe mich selber gefragt, was für Instrumente die wohl benutzen um so einen Sound zu erzeugen und mich dafür interessiert. Ich habe mich schon immer für Bands wie Depeche Mode, Front 242 , Nitzer Ebb und die Belgischen New Beat interessiert.

Seit welcher Zeit machst du Liveacts? Wann zum ersten Mal? Mein erster Liveact ist 8–9 Jahre her, aber die ersten Male war es für Freunde auf einer Privatparty. 1992 habe ich eine Platte mit einem Freund gemacht, das Projekt hieß: Cyborg on DikI rec (Belgien); die Platten waren in Belgien und Nord-Frankreich erfolgreich.

Warum bist du nach Berlin gezogen? Ich bin nach Berlin und dann wieder zurück nach Frankreich gezogen. Ich mag Deutschland, besonders in Bezug auf die elektronische Musikszene. Deutschland ist ein sehr offenes Land, hier habe ich auch meine Freundin gefunden, eine Deutsche. Am Anfang war es mir hier zu kalt. Aber nach einiger Zeit, als ich mehr Freunde hatte, habe ich das Leben in Berlin besser verstanden und zu lieben gelernt. Nun bin ich nach Frankreich zurückgezogen, weil ich die Stadt Lille vermisse und natürlich meine besten Freunde und meine Familie. Aber ich behalte es bei, so oft wie möglich in Berlin zu sein.

Wann bist du das erste Mal mit Gigolo in Kontakt gekommen? Nachdem ich „Electrostatic „ auf meinem eigenen Label Planete Rouge veröffentlicht hatte, hat Hell mich angerufen, den Track für Gigolo zu lizenisieren, so fing es an.

Was war deine beste Party in Deutschland? Das kann ich nicht sagen, da waren viele gute Partys in Deutschland, sowohl in kleinen Clubs, als auch auf großen Events. Besonders mag ich die Gigolo Parties am Sonntag der Love Parade.

Was können wir von dir in Zukunft erwarten? Ich veröffentliche gerade mein neues Projekt, das Album heißt: „Fixmer/Mccarthy: Between the Devil…“. Dies ist eine elektronische Band mit dem Sänger von Nitzer Ebb, Douglas Mccarthy . Er gibt meiner Musik seine Power-Stimme. Ich war immer ein Fan von Nitzer Ebb, so ist es für mich ganz toll, dass er zu meiner Musik singt und ich bin stolz das geschafft zu haben. Es zeigt, wie verrückt manchmal alles ist und welche Überraschungen das Leben noch offen hält. Sonst werde ich noch eine Terence Fixmer Single releasen, Ende September auf Citizen Records (Vitalic label), und vielleicht noch ein persönliches Album vorbereiten…

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Adriano Canzian – First Pornography

4 Sep

Adriano Canzian aus Mailand ist der kommende Gigolo-Superstar. Adriano steht für völlig eigenständige, geradlinige, kompromisslose minimal Gay Acid Vocal Tracks. Sein kommendes Album wird für großen Wirbel sorgen.

Hallo Adriano, erzähl uns doch mal, wie du zu der elektronischen Musik gekommen bist und dann zu Hell´s Label International Deejay Gigolos? Seit meiner Kindheit male ich, das ist meine zweite Leidenschaft. Ich habe eine lange Zeit meines Lebens zwischen London, Rom und Paris verbracht, wo ich meine Zeichnungen ausgestellt habe. Elektronische Musik gibt mir Inspiration. Zum Millenium hin wollte ich meinem Leben eine radikale Änderung geben, deswegen habe ich mich dazu entschieden nicht mehr zu zeichnen, sondern elektronische Musik zu produzieren. Damals wusste ich noch nicht mal, wie man einen PC anstellt. Ich habe gelernt mit Software umzugehen und nach zwei Jahren harter Arbeit, habe ich Demos zu den bekanntesten Labels geschickt. Nach einer Woche hat mich Hell kontaktiert und mich gefragt, ob ich ein Teil seines Teams werden wollte. Ich war sehr glücklich und habe zugestimmt.

Wie ist deine Single „Macho Boy“ entstanden? Was für eine Message steckt dahinter? „Macho Boy“ ist die Biografie von „Max Super Hero“. Max ist seit vielen Jahren ein Freund von mir. Alles fing wie ein Spiel an: Er hat mir erzählt was er mag, alles über Fashion und Sex, da habe ich es registriert. Das ist auch genau das was ich mag. Wir wollten der Welt zeigen, was wir so mögen.

Wie würdest du dich selber mit ein paar Worten beschreiben? Verrückt, mutig, sicher, bescheiden, loyal, besonders, kreativ und sexy.

Erzähl uns etwas über dein Leben in Italien! Italien ist ein wundervolles Land. Die Sonne macht alles schön. Mein Leben ist in Italien sehr unbeschwert. Ich habe viele Freunde und wir verbringen viel Zeit zusammen. Meine Familie lebt in der Nähe von Venedig. Ich sehe sie leider viel zu selten.

Wie bist du auf den Titel Deiner aktuellen Single:“ My Boyfriend Is Very Sexy“ gekommen. Eigene Erfahrung? Als ich den Song komponiert habe, war ich mit einem sexy Mann zusammen. Ich habe meine Zeit damit verbracht, Musik zu komponieren und mit ihm zu leben, das habe ich geliebt. Dann endete die Geschichte und nun kommt meine neue Single raus und ich bin wieder solo und warte auf einen neuen sexy Boyfriend mit einem großen … natürlich.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Ist es richtig, dass es bald ein Album mit dem Namen „Pornography“ gibt? Ich habe viele Pläne für die Zukunft. Als Nächstes erstmal das Album „Pornography“. Der Style ist EBM, Porno, Acid Music. Großartig!  Eine italienisch-japanische Gruppe hat das Cover designt. Das Album wird sehr provokativ, ein Punk, Porno, Glamour Mix. In der Zukunft möchte ich eine Liveshow machen, aber das wird eine Überraschung. Ich werde ein paar Remixe für bekannte Produzenten machen, aber die Namen nenne ich jetzt noch nicht. Zu meinen Album „Pornography“ wird es eine Europatour geben…

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Hell – Amerikanische Muskelspiele

4 Jun
Der Gigolo-Boss gab seine Pläne für 2004 preis und plauderte aus dem Nähkästchen.
 

Wir sind ganz überrascht über deine sehr kurzen Haare. Bei Frauen sagt man, dass eine neue Frisur Veränderung im Leben heißt. Trifft das auch bei dir zu? Bei Männern ist das ähnlich, es war mal wieder Zeit.

Von deinem Set an der Siegessäule letztes Jahr zur Love-Parade spricht man noch heute. Im Bezug zu den deutschen Großveranstaltungen: Was bedeutet die Mayday für dich?
Mayday ist und bleibt die Mutter aller Großraves.

Zu dem Zeitpunkt letztes Jahr im Sommer hat dein Remix von P.Diddys „Let´s Get Ill“ total eingeschlagen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Das Original war schon unschlagbar, für mein Verständnis einer der Keysongs in 2003 und dafür musste noch ein Remix für deutsche Hörgewohnheiten in die Clubs, selbstverständlich auf Gigolo. Daddy´s Favorite war dann auch mein Remix.

Du wirst immer häufiger in Berlin gesichtet. Wohnst du jetzt in der Hauptstadt? Was macht München und dein Büro dort? Was ist mit Traunstein? Gigolo wird seine Produktion nach Berlin verlegen, dafür gibt’s viele Gründe, wirtschaftliche Überlegungen und klare Zeichen aus Berlin, denen ich folgen werde. Mein Hauptwohnsitz bleibt im schönen Bayern.

Warum ist dein Club – die Villa in Traunstein – geschlossen? Alle Geschichten waren erzählt und nach 3 Jahren geht’s auf zu neuen Ufern. Am 1. April eröffnet meine neue Clubnacht in München. Das Motto wird wie immer heißen“ Bavaria Gigolo Nacht“. Ich führe dann durch den Abend und werde jeden ersten Donnerstag 4 Stunden hinter den „wheels of steels“ verbringen.

Deine Welt-Tour heißt : „Let´s fucking Rock“, warum? Der Titel liefert Dir schon die Antwort!

Warum hat die Produktion deines Albums „New York Muscle“ dich in dieser Stadt so stark geprägt? Was sagt der Titel aus?
Natürlich ist NYC eine Inspirationsgrundlage für eine solch große Geschichte, mehr Input und Information kann Dir kaum eine andere Stadt der Welt bieten. Mein nächstes Album könnte ich mir nach Munich Machine und NY Muscle in Berlin vorstellen. Man muss eben immer die Zeichen der Zeit erkennen.

Wie ist so eine Tour für dich, wie fühlst Du dich dabei? „On da road again“. DJ zu sein heißt doch auch „Never ending world tour“. Das Reisen gehört zum Tagesgeschäft, auch wenn man sich nur schwer daran gewöhnen kann, es wird immer weitergehen, Musik als Träger von Ideen oder besser gesagt – alles für die Kunst.

Auf welche Länder und Städte freust du Dich am meisten und warum?
Highlights bleiben die Metropolen wie Barcelona, Berlin, New York, Tokyo. Zum Schluss der Tour wird abgerechnet und ich werde wie jedes Jahr meine persönliche Top 3 festlegen.

Was ist an dem Gerücht dran, dass du mit dem Playboy zusammengearbeitet hast, was ist da entstanden?
Zum 50. Geburtstag durfte ich eine Mix Compilation für den Playboy zusammenstellen. Im Großen und Ganzen werden auf der Mix CD meine Personal Italo Disco Hits zusammengeführt. Das Ganze soll vor dem Sommer im guten sortierten Fachhandel erhältlich sein, Arbeitstitel – Playboy heaven – DJ Hell.

Wie stehst Du zur Pornografie? Es gibt ein Gerücht, dass du schonmal Pornos gedreht hast? Es gibt immer noch Felder, die auch für mich Neuland bedeuten, aber keine Angst, ich mach immer das Licht aus. Es gibt Tendenzen, die sich in Richtung erotischer Natur bewegen was meine Filmaktivitäten betrifft. Sex und Gigolo war natürlich immer ein großes Thema vor allem in den Medien, aber keine Angst, die Gigolo-Geschichte wird im Moment aufgearbeitet und als DVD im Sommer in die Läden kommen. Es werden private Aufnahmen ebenso gefeatured wie Interviews und Tourshoots. Neue Videos gemischt mit japanischer Animation oder trashigen Partys  in Stripbars, Hotel Videos, Stunts während der Fischerspooner-Videodrehs in LA., Kittin und the Hacker in Mexiko mit DJ Hell und alles was das Herz begehrt. The Real Gigolo Freakshow!

Ob dreckige Technohöhle oder edler Club und Modeschauen. Hell lässt sich in keine Schublade stecken. Aber was ist dein persönlicher Look? Come as u are!

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)