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Die Sonne, die sich im Mond spiegelt – M’era Luna 2018

19 Aug

IMG_7686Eine Woche ist nach dem Festival in Hildesheim-Drispenstedt vergangen, noch immer verfolgen uns die Bilder und Eindrücke dieses bizarren-schönen Erlebnisses. Eine bittersüße Romanze mit Musik und Menschen, die uns tief berührten. Auch wenn der Kontakt eher introvertiert verläuft – in der schwarzen Szene besteht eine Verbindung auf einer anderen Ebene.

Vom 10. bis 11. August 2018 wurden wir zum ersten Mal Augenzeuge, wie sich der Segelflugplatz zu einem Gothic-Wunderland verwandelte. Als wir das Gelände betraten, war es unser Tor zu einer anderen Welt: Fetisch, Lack & Leder, Military uvm. meet Steampunk.

IMG_E7537Für Nacht | Hell liegen die Ursprünge elektronischer Musik fest in diesem Genre verwurzelt. Der düstere Sound hatte schon immer eine enorme Anziehungskraft auf uns. Wir waren hier um Neues zu erkunden, aber auch, um Gemeinsamkeiten & Unterschiede aufzuspüren.

FKP Scorpio als Veranstalter gab sich große Mühe, die Besucher sorgenfrei durch ihr Event zu bugsieren. Zwischen den Gigs wurden über Lautsprecher viele praktische Tipps gegeben. Wer dazu rät, genug Wasser zu trinken, nimmt seine Schäfchen buchstäblich an die Hand. Trinkwasser gab es kostenfrei an Zapfsäulen oder im Tetrapak für einen schmalen Euro. Wir waren beeindruckt, in welchen geordneten Bahnen alles verlief!

So ist das, wenn sich die Sonne im Mond spiegelt – es ist anders und der Schein trügt. Genauso erlebten wir den kompletten Festivalablauf. Jeder machte sein Ding, auf einer sehr friedlichen und toleranten Art und Weise.

Es war ein beachtlich großes Spielfeld, um sich auszutoben. Die Mainstage wurde ringsherum von einer Art Armee von oben bewacht. Reichlich Essens- und Getränkestände zingelten die Hauptbühne ein. Das Angebot war groß, es gab u.a. Sekt & Wein und auch an die Veganer wurde gedacht. Ein komplizierter Bonkauf und Umtausch fiel weg. Es zählte noch das alte Motto: „Nur Bares ist Wahres!“ Davon brauchte man einiges, was nicht ganz der Qualität der Speisen entsprach.IMG_7563.JPG

Unser musikalisches Highlight Samstagmittag unter freiem Himmel waren die Gothic-Rock-Bands Zeraphine und Lord of the Lost.

Am Stand des Musikmagazins Sonic Seducer hatten Fans die Möglichkeit, ihre Künstler bei der Autogrammstunde zu treffen. Hier bildeten sich oft lange Schlangen.

Wir brauchten erst einmal reichlich Zeit, um die unzähligen Shops mit szeneaffinem Stuff in- und outdoor kennenzulernen.

Es wurde langsam dunkel, als wir in der Hangar-Stage beim letzten Act Samstagabend feierten. Sean Brennan von London After Midnight zog uns in seinem Bann.

Den perfekten Abschluss des ersten Festivaltages boten uns The Prodigy, die wir vor über zehn Jahren das letzte Mal live auf der Mayday hörten. „No Good (Start the Dance)“ – ein Grund mehr richtig auszurasten.

Sonntagmittag stand die Sonne hoch – ein heißer Kontrast für dunkle Gemüter. Wir beobachteten das Treiben auf dem Campingplatz rechts und links neben der eigentlichen Landebahn. Hier war der Treffpunkt des gemeinschaftlichen Stelldicheins, wie z.B. Fesselliebhaber, die Bondage praktizierten. Auf dem Weg zum Eingang sahen wir die Geister, die wir riefen, in der Geisterbahn mit lebenden Gespenstern.

Sonne hin – Sonne her, wir waren auf dem M’era Luna und hatten Lust auf Industrial und Dark Elektro! Dafür gings in den dunklen Hangar zu FabrikC. Gute Wahl, wir blieben direkt bis TORUL. Synthiepop und eine Stimme fürs Herz. Der zweite Tag trumpfte auf!

Der Mittelaltermarkt lockte nicht nur mit Handwerk am Lagerfeuer, Speis und Trank, hier konnte auch angebandelt werden bei der Kontaktbörse Kuppeley. Vielleicht reichte es sogar für eine stilechte Trauung vor Ort.

IMG_7654Mitmachen konnte man auch bei der M’era Luna Academy. Wer sich im Vorfeld für einen Workshop angemeldet hatte, konnte u.a. beim Innerself Photo Posing lernen, sich gekonnt in Szene zu setzen.

Peter Heppner (Wolfsheim), der im Herbst mit seiner Confessions & Doubts-Tour an den Start geht, war unser Sonntagshighlight um 16.30 Uhr auf der Main Stage. Seine unverkennbare Stimme sorgte schon bei Liedern von Schiller und Paul van Dyk für Gänsehaut. Als Überraschungsgast präsentierte er Joachim Witt, mit dem er gemeinsam den neuen Song „Was bleibt“ performte. Puh, das ging tief!

IMG_7680Schnell noch einen Abstecher zu Rotersand. Wer es nicht sofort aufgrund von Überfüllung in die Hangar-Stage schaffte, konnte den Auftritt auf der Leinwand vor dem Eingang verfolgen.

Unser Ziel war, Front242 live zu erleben, bevor wir den Rückweg nach Dortmund antreten mussten. Als wir den Hit „Headhunter“ weit vorne live erlebten, war M’era Luna so viel mehr, als das, was wir vorher irgendwie vermutet hatten!

Auch bei uns stellte sich – leider – ein Gewöhnungseffekt und dann auch ein Überdruss der vielen Eindrücke ein.

Wir brauchten ein paar Tage, um alles zu verarbeiten und wissen jetzt, wir wollen beides: Die Sonne und den Mond.

So wie wir auch beide Elemente in uns tragen. Und deswegen gilt es, sich nicht entscheiden zu müssen.

Danke M’era Luna! IMG_E7659

Ausblick auf die Festivals 2019:

Plage Noire 03. – 04. Mai und M’era Luna 10. – 11. August

Sonnenfrau

 

Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHsmkPeuSm

 

Neuerungen beim DOCKLANDS Festival 2017 – Thomas Pieper über die technoide Canal-Stage 

30 Mai

IMG_5740„Ehrliche elektronische Musik fernab von irgendwelchem Kirmespopsound“ präsentiert das DOCKLANDS Festival in Münster. Am Samstag, 17.06.2017 geht´s bereits um 12 Uhr open air los und abends in den zahlreichen Clubs weiter. Nacht | Hell hat vorab den langjährigen Macher der elektronischen Musikevents in Münster – Thomas Pieper – kontaktiert, der auch das DOCKLANDS veranstaltet und ihm die Neuerungen entlockt:

Hey Thomas, ich habe das Video gesehen, indem du den neuen zusätzlichen Floor tagsüber präsentierst. Sieht ja aus wie am Beach! Woraus ist die Idee dafür entstanden? Wonach habt ihr die Künstlerauswahl dort gerichtet?

Thomas Pieper: Die Idee schlummerte schon Jahre in uns, nur war die Umsetzung aufgrund der vorherigen Nutzung der Fläche nicht möglich. Nun, da feststeht, dass auf diesem Areal voraussichtlich ab 2018 der neue Coconut-Beach entsteht, haben wir die Chance ergriffen und uns das Gelände nur für das DOCKLANDS Festival vorab gesichert. Warum? Weil wir unseren Gästen schon tagsüber ein breiteres Spektrum elektronischer Musik präsentieren möchten. So werden auf der Canal-Stage eher technoidere Klänge zu hören sein. U.a. spielen dort Oliver Koletzki und Stephan Bodzin „live“.

Koletzki

Oliver Koletzki

Das DOCKLANDS (Day & Night) ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen. Welche Herausforderungen sind zu meistern und was liegt dir speziell am Herzen?

Thomas Pieper: Im Vergleich zu den Vorjahren erhöhen wir 2017 nochmals unsere Kapazität von bisher 12.500 auf jetzt 15.000. Für ein Festival, welches ausdrücklich ehrliche elektronische Musik fernab von irgendwelchem Kirmespopsound präsentiert, ist das eine achtbare Größe. Die größten Herausforderungen liegen in diesem Jahr sicherlich im Bereich der technischen/logistischen Umsetzungen, da wir ja nicht nur ein neues Areal, sondern auch zwei komplett neue Bühnen bekommen. Vor allem die Mainstage ist wirklich beeindruckend!

Im Endeffekt bietet ihr den Besuchern rund um die Uhr Programm mit 100 Künstlern und drei Open Air Stages. Abends geht es in zehn Clubs weiter. Mit dabei u.a. Fritz Kalkbrenner (live), Aka Aka feat. Thaelstroem, Andhim, Andreas Henneberg, Claptone, Dominik Eulberg, Sascha Braemer, Moonbootica, Speedy J, Âme (DJ), Magdalena, Junge Junge, Tim Engelhardt uvvm. Welchen Tipp gibst du den Leuten, diesen Partymarathon bestmöglich zu genießen?

Thomas Pieper: Vor allem nicht überpacen ;-). Ruhig mit einem Wasser in den Tag starten, nicht schon um 12 Uhr den Hardalk in sich reinkippen und ausreichend essen. Zudem haben wir durch das neue Areal am alten Stadthafen zwei schöne Chill-Out-Bereiche am Wasser, wo man zwischendurch wunderbar entspannen und Pausen einlegen kann. Das war in den letzten Jahren tagsüber nicht so möglich.

Jetzt mal unter uns: Auf welche Acts freust du dich persönlich besonders und wirst du selbst Zeit finden, den Sets zu lauschen?

stephanbodzin

Stephan Bodzin

Thomas Pieper: Wie immer bin ich mitten im Geschehen und werde mir möglichst viele Künstler anschauen. Bei der Anzahl und Vielfalt an Acts fällt es mir schwer, jemanden Bestimmtes zu benennen. Ich freue mich natürlich immer auf Acts, die noch nie da waren. Das wäre in diesem Jahr z.B. Stephan Bodzin!

Wenn du an das letzte DOCKLANDS zurückdenkst, welcher Moment bereitet dir immer noch eine Gänsehaut?

Thomas Pieper: Als der von mir sehr geschätzte Solomun zum Abschluss „The Doors“ gespielt hat, das war schon fett!

Danke Thomas. Dir und deinem Team viel Erfolg und Sonnenschein. Wir freuen uns auf das DOCKLANDS 2017!

Thomas Pieper: Danke Dir, liebe Michelle!

Sonnenfrau

Rest-Tickets gibt es noch unter: https://docklands-festival.ticket.io/cw4q2ahk/?

Nacht-Helle Reviews der letzten Jahre inklusive Bildergalerien & Videos:

2016: https://nachthellde.wordpress.com/2016/05/31/papierschnipselregen-beim-docklands-festival-2016/

2015: https://nachthellde.wordpress.com/2015/06/14/docklands-tag-und-nacht/

2014: https://nachthellde.wordpress.com/2014/06/01/bunter-mix-beim-docklands-festival/

Papierschnipselregen beim DOCKLANDS Festival 2016

31 Mai

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Papierschnipsel und Luftschlangen regnen am Samstag, 28.05.2016 vom Himmel. Bis auf zwei  Schauer bleibt es in Münster trocken. Kein stundenlanger Guss wie angekündigt. Das hat sich das DOCKLANDS verdient. Nach monatelanger Vorbereitungszeit meldet das Day & Night-Festival kurz vorher wieder „ausverkauft“. Die Leute vertrauen auf das angekündigte Line-Up.

Ab 11.30 Uhr startet der Einlass für maximal 12.000 Besucher. Wie im letzten Jahr erprobt eröffnen IN.DEED die Mainstage. Bereits um 13 Uhr steht das Berliner Duo Niconé & Sascha Braemer im Sonnenschein auf der Bühne, gefolgt vom Natur- & Tierfreund Dominik Eulberg.

Das dritte DOCKLANDS trumpft mit 90 Künstlern, 15 Club-Floors und einer zweiten Open Air Bühne auf.

IMG_8858Am anderen Ende des Geländes begrüßt Smirnoff im Sound Collective Camp die Münsteraner Cutmaster Jay & Khetama, ZOKA und Philipp Frey. Früher oder später stolpern alle am roten Musiktruck vorbei, liegt er doch direkt neben den Dixies. Mobilee-Chefin Anja Schneider bringt Newcomer Kevin Over mit. Aka Aka feat. Thalstroem rocken erst live die Mainstage und wechseln dann für ein DJ Set in Richtung Vodka.

Insgesamt kann 24 Stunden und mehr gefeiert werden. Da ist ab und zu Power-Chillen angesagt oder eine kalte Dusche mit dem Wasserschlauch in der ersten Reihe.

Ich bin überrascht von KiNK, den ich zum ersten Mal live höre. Wie es so oft ist, wenn man sich auf etwas einlässt, ganz ohne Erwartungen.

Der Mann mit der Maske Claptone, oder besser gesagt der „CRO der elektronischen Musik“ läutet die Abendstunden ein.

Einige Künstler, die tagsüber spielen, wie Moonbootica und Monika Kruse, bleiben in Münster, um die Nacht zum Tag zu machen.

Nach den letzten Claps kommt der Einzige mit einer Playtime von zwei Stunden: Headliner Solomun verströmt ab 20 Uhr Ibiza-Feeling mit Klassikern, wie „Bring it back“ von Moloko im Mix mit Donna Summer´s „I feel love“. Kein Wunder, dass der Diynamic-Mann eine eigene Dependance im Pacha hat.

Alles hat ein Ende, nur das DOCKLANDS hat mehr und noch die ganze Nacht vor sich.

IMG_8915Wer die Wahl hat, hat die Qual. Für uns geht es gezielt ins Fusion zum Monoparker Steve Stix und Sascha Braemer, der hier bereits einen Stammplatz hat.

Gerne hätten wir Mäuschen gespielt bei George Morel am Coconut Beach, Oliver Schories im Heaven und bei Acid Wars in der Sputnik Halle. Die Feiermeute verteilt sich auf die Clubs am Hafen und dem Hawerkamp. Neu hinzugekommen ist das AMP, u.a. mit A.N.A.L.

Lange Schlangen bilden sich, viele wollen „bei der Moni“ sein, wenn das Fusion dank Frau Kruse, zur Techno-Höhle mutiert.

Nacht | Hell macht noch nen Schlenker zu Dirty Doering – lost in music im Conny Kramer. Hier ist es so heiß, dass es von der Decke tropft. Und plötzlich ist er da -> der DOCKLANDS-Regen.

Sonnenfrau

Videos:

Solomun (Day): https://youtu.be/vsz-5xnJ2Is

Sascha Braemer (Night): https://youtu.be/1Q7srFr1kA0