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„Ein einziges, stundenlanges Highlight“ – Interview mit Thomas Pieper über 10 Jahre DOCKLANDS

21 Mai

Kurz vor dem DOCKLANDS ist es schon Tradition, dass Nacht | Hell sich mit dem Veranstalter Thomas Pieper über den aktuellen Stand des Day- & Night-Festivals am Samstag, 01.06.2019 austauscht. Here we go again:

Beam dich mal zurück in die allererste Planungsphase vor über zehn Jahren. Was hattet ihr damals vor?

Thomas Pieper: Wir wollten schon mal groß werden, haben uns aber ganz bewusst zunächst für einen kleinen Start entschieden und sind als Clubfestival ins Rennen gegangen. Dieser vorsichtige Beginn hatte im Übrigen auch mit unseren zahlreichen anderen Aktivitäten zu tun. Nicht übernehmen und sehen was passiert, schien uns eine gute Idee zu sein.

Habt ihr mit dieser Entwicklung gerechnet? Was gab es dabei zu berücksichtigen?

Thomas Pieper: Zumindest haben wir darauf spekuliert. Dass es jetzt 15.000 Gäste aus weit über 10 Nationen sind, konnten wir natürlich nicht erwarten. Vor allem, da wir uns immer dem Underground verbunden gefühlt haben und somit gerade zu Beginn wenig medialen Support erhalten haben.

Ich erinnere mich noch an Gespräche mit 1Live, die ja anderen Festivals zu einem sehr einfachen Start verholfen haben und uns bis heute nahezu komplett ignorieren, weil unsere tollen Acts halt keinen Sound auf 1Live laufen haben. Sehr bedauernswert und auch alles andere als Jugend -und Subkulturfreundlich. Es war also ein durchaus steiniger Weg, den unser kleines Team zurückgelegt hat.

Uns fällt die ständige Weiterentwicklung des Line-Ups auf. Eigentlich kann man das doch gar nicht mehr übertrumpfen?

Thomas Pieper: Na ja, es geht ja nicht ums übertrumpfen. Wir lieben elektronische Musik halt seit ihren Anfängen in den 80igern und da gibt es immer noch eine Menge toller Künstlerinnen und Künstler, die auf unserer Liste stehen. Zudem versuchen wir immer etwas Abwechslung in das Line-Up zu bringen und es nicht jedes Jahr gleich zu gestalten.

Auch schauen wir nicht nur auf Acts mit der größten Fanbase, sondern auch auf Acts, die unserer Meinung wahnsinnig talentiert sind oder generell musikalisch eine große Relevanz haben. Danke aber für das Lob und wir sind in der Tat ziemlich happy über unser Jubiläums Line-Up.

Welche DOCKLANDS-Homies dürfen auf gar keinen Fall fehlen?

Thomas Pieper: Es gibt tatsächlich nicht mehr die Homies schlechthin, weil wir wie gesagt nicht immer das gleiche Line-Up fahren möchten. Allerdings kommt zu unserer großen Freude Stephan Bodzin nochmal vorbei und auch ÂME ist ein gern gesehener Gast in Münster. Wobei die beiden erstmalig einen ihrer seltenen ÂME II ÂME Auftritte bei uns haben!

Ein wichtiger Teil des Open Airs ist der Coconut Beach. Wie wurde die neue Location am Hawerkampgelände nach einem Jahr angenommen?

Thomas Pieper: Fantastisch und das Beste ist, wir haben nochmal einiges an Geld und Arbeit investiert, um die Location noch schöner zu machen. Mittlerweile ist ein großer Teil mit einem offenen Flextent überdacht, wunderschöne Deko Figuren aus Bali zieren den Beach und wir haben tolle, neue Möbel bekommen. Zudem bauen wir für die Canal Stage gerade neue Bühnendeko, extra fürs Festival. Es wird im Vergleich zum letzten Jahr also einige Neuerungen geben.

Leider spielt das Wetter bis jetzt nicht so mit. Beim Takatuka mit Dixon, Sascha Braemer und Steve Stix am 12.05.2019 habt ihr die Temperatur gepimpt und unter Zelten gefeiert. Trefft ihr bereits Vorkehrungen für die drei Day-Stages?

Thomas Pieper: Beim DOCKLANDS ist das nur begrenzt möglich, aber ja, die Canal Stage ist zu großen Teilen überdacht und ansonsten verlassen wir uns auf den Wettergott.

Dann heißt es fit bleiben, um in der Nacht noch kräftig weiter zu feiern. Wie erfolgt die Auswahl der Floorpartner, wie z.B.: Kleinlaut, Dr. Vogel usw.?

Thomas Pieper: Wir sitzen halt zusammen und lassen unsere Gedanken kreisen. Dazu spielen Sympathie und natürlich auch Synergien eine wichtige Rolle.

Was ist dein DOCKLANDS-Highlight 2019?

Thomas Pieper: Alles. Wir arbeiten in einem ganz kleinen Team nahezu ein Jahr für das Festival und wenn es dann losgeht, ist das ganze Ding ein einziges, stundenlanges Highlight für mich. Ich versuche wirklich jede Sekunde zu genießen. Auch freue ich mich immer auf neue Künstler, die noch nie hier waren. z.B. Amelie Lens, Adriatique, Gerd Janson, Job Jobse oder auch Maceo Plex.

Das muss gefeiert werden… Wir gratulieren herzlich zu 10 Jahre DOCKLANDS!

Sonnenfrau

Fakten:

Datum: 01.06.2019, 11.30 bis 02.06.2019 12.00 Uhr

Rund um das Hawerkampgelände, Münster

Weitere Infos unter: https://www.docklands-festival.de/

Mainevent: https://www.facebook.com/events/2179119505664716/

Tickets: https://docklands-festival.ticket.io/

Strahlende Gesichter beim DOCKLANDS Festival 2018 – Interview mit Thomas Pieper

8 Jun

cofSeit Wochen und Monaten wird gehämmert, gewerkelt, aufgebaut und dekoriert rund um das Hawerkampgelände in Münster. Denn hier entsteht etwas ganz Großes. Das DOCKLANDS Festival 2018. Vom 09. auf den 10. Juni darf hier wieder day & night mit 100 Artists geravt werden. Veranstalter Thomas Pieper selbst reibt sich zwischendurch die Augen. So ein gigantisches Ausmaß hat das DOCKLANDS in den letzten Jahren entwickelt! Eines der Herzstücke ist der neu gebaute Beach. Letztes Jahr noch lag der Coconut Beach am Hafen. In diesem Sommer entspringt der Treffpunkt der Sonnenanbeter am Stadthafen zwei. Hier wurde bereits das neue TakaTuka gefeiert. Was genau hat das mit dem DOCKLANDS zu tun?!

­­­­­­­­­­­­­­­­­Nacht | Hell hat sich Thomas Pieper zur Seite genommen. Wir wollen mehr wissen!

Hey Thomas, danke, dass du dir in der heißen Phase Zeit für dieses Interview nimmst. Auf dem letzten DOCKLANDS habt ihr auf der neuen Canal-Stage richtig aufgefahren, mit Stephan Bodzin, Oliver Koletzki uvm. Wo befindet sich die Stage dieses Jahr? 

Thomas Pieper: Direkt am alten, seit Jahren vergessenen Stadthafen 2, entlang des Hafenbeckens und mit Blick in den Sonnenuntergang!

Leider musste der Coconut Beach – aufgrund baulicher Maßnahmen – seinem alten Platz weichen. Glücklicherweise habt ihr einen neuen Bereich gefunden und es ist ein ganzes Beach Village entstanden. Welche Rolle spielt die Area bei dem Festival?IMG_20180525_134108.jpg 

Thomas Pieper: Genau dort ist ab sofort die Canal-Stage und ohne uns zu viel selbst zu loben, muss ich doch feststellen, dass ich selten einen so schönen zweiten Floor auf einem Festival gesehen habe. Die Bühne ist im Südsee Tiki Stil gebaut, die Raver tanzen in Tonnen von Sand, direkt daneben das alte Hafenbecken und eingehaust wird das Ganze von Bars in Naturholzhütten, einem kleinen Pool und Palmen. 

Als weitere Neuerung im letzten Jahr sind uns die Visuals auf der Mainstage in bleibender Erinnerung. Knüpft ihr da wieder an? 

Thomas Pieper: Absolut. Notch 3D ist auch dieses Jahr wieder ein wichtiges Thema. Unser Sound ist elektronischer Underground und die Visuals zur Musik spielen auf der Mainstage eine wichtige Rolle. Wir haben Kameras installiert, die in Echtzeit z.B. auf die Künstler zugreifen können und diese komplett in eine eigene visuelle Welt beamen können. 

Die Vorfreude ist riesig. Welche Künstler gehören mittlerweile einfach dazu? 

Thomas Pieper: Vor allem meine ganzen alten Homies, mit denen ich seit zig Jahren ein inniges Verhältnis führe und mit denen, auch wenn man sich oft nur zwei/dreimal im Jahr sieht, so etwas wie Freundschaft entstanden ist. Dazu gehören Aka Aka feat. Thalstroem, Andhim, Claptone, Dominik Eulberg, Magdalena, Moonbootica, Oliver Koletzki, Westbam und so einige mehr!

 Und welche großen Acts sind neu dabei? 

Thomas Pieper: Einige, um genau zu sein so viele wie noch nie. Erst das zweite Mal ist Stephan Bodzin dabei, der uns im letzten Jahr auf der Canal-Stage so weggeflasht hat, dass einfach alles nach einer Wiederholung auf der Mainstage schrie. Neu und das erste Mal dabei sind dann noch so großartige Acts wie Pan Pot, Modeselektor, Charlotte de Witte, Butch, DJ Tennis, Kollektiv Turmstrasse u.v.m. 

DL18PressReneMeier3Aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre. Was habt ihr weiter verfeinert, um den Gästen ein möglichst entspanntes Feiern zu ermöglichen? 

Thomas Pieper: Eigentlich war schon in den letzten Jahren vieles rund, aber natürlich gibt es immer Stellschrauben an denen wir drehen. z.B. kostet das Wasser in diesem Jahr nur 1€, wir haben Locker Boxen, Hoteldeals, zwei neue V.I.P. Tribünen u.v.m. 

Wie bereitest du dich persönlich auf das DOCKLANDS Festival vor? Es ist sicher wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren…. 

Thomas Pieper: Da hast du wohl recht! Trotz meiner langen Erfahrung als Veranstalter und Gastronom bin ich jedes Mal ganz schön aufgeregt. Daher gibt es vorher immer das gleiche Ritual bei mir. Ich gehe zeitig ins Bett, stehe früh auf, mache ausgiebig Sport um den Kopf freizukriegen und nochmal alles Revue passieren zu lassen, dann esse ich was Leichtes und fahre zum Festivalgelände. Meistens so zwei Stunden vor Eröffnung. Hier gehe ich mit meinem Team nochmal alles durch, öffne die Schleusen und freue mich auf ein grandioses Festival mit viel positiver Energie! 

Gibt es noch etwas, was du den Besuchern mit auf den Weg geben möchtest? 

Thomas Pieper: Unbedingt! Ich möchte mich im Namen meines gesamten Teams vor allem für die mittlerweile neun Jahre währende Unterstützung bedanken und für die vielen positiven Kommentare, die jedes Jahr kommen. Wir sind innerhalb der Dockland GmbH ein ganz kleines Team mit unglaublich viel Leidenschaft für ehrliche elektronische Musik und wir arbeiten tatsächlich ein Jahr lang auf das DOCKLANDS Festival hin. Da gibt es nichts Schöneres, als euch mit einem Strahlen im Gesicht auf das Festivalgelände kommen zu sehen! 

Wir freuen uns über die offenen Worte. Bis zum 09.06.! Sonnenfrau

Neuerungen beim DOCKLANDS Festival 2017 – Thomas Pieper über die technoide Canal-Stage 

30 Mai

IMG_5740„Ehrliche elektronische Musik fernab von irgendwelchem Kirmespopsound“ präsentiert das DOCKLANDS Festival in Münster. Am Samstag, 17.06.2017 geht´s bereits um 12 Uhr open air los und abends in den zahlreichen Clubs weiter. Nacht | Hell hat vorab den langjährigen Macher der elektronischen Musikevents in Münster – Thomas Pieper – kontaktiert, der auch das DOCKLANDS veranstaltet und ihm die Neuerungen entlockt:

Hey Thomas, ich habe das Video gesehen, indem du den neuen zusätzlichen Floor tagsüber präsentierst. Sieht ja aus wie am Beach! Woraus ist die Idee dafür entstanden? Wonach habt ihr die Künstlerauswahl dort gerichtet?

Thomas Pieper: Die Idee schlummerte schon Jahre in uns, nur war die Umsetzung aufgrund der vorherigen Nutzung der Fläche nicht möglich. Nun, da feststeht, dass auf diesem Areal voraussichtlich ab 2018 der neue Coconut-Beach entsteht, haben wir die Chance ergriffen und uns das Gelände nur für das DOCKLANDS Festival vorab gesichert. Warum? Weil wir unseren Gästen schon tagsüber ein breiteres Spektrum elektronischer Musik präsentieren möchten. So werden auf der Canal-Stage eher technoidere Klänge zu hören sein. U.a. spielen dort Oliver Koletzki und Stephan Bodzin „live“.

Koletzki

Oliver Koletzki

Das DOCKLANDS (Day & Night) ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen. Welche Herausforderungen sind zu meistern und was liegt dir speziell am Herzen?

Thomas Pieper: Im Vergleich zu den Vorjahren erhöhen wir 2017 nochmals unsere Kapazität von bisher 12.500 auf jetzt 15.000. Für ein Festival, welches ausdrücklich ehrliche elektronische Musik fernab von irgendwelchem Kirmespopsound präsentiert, ist das eine achtbare Größe. Die größten Herausforderungen liegen in diesem Jahr sicherlich im Bereich der technischen/logistischen Umsetzungen, da wir ja nicht nur ein neues Areal, sondern auch zwei komplett neue Bühnen bekommen. Vor allem die Mainstage ist wirklich beeindruckend!

Im Endeffekt bietet ihr den Besuchern rund um die Uhr Programm mit 100 Künstlern und drei Open Air Stages. Abends geht es in zehn Clubs weiter. Mit dabei u.a. Fritz Kalkbrenner (live), Aka Aka feat. Thaelstroem, Andhim, Andreas Henneberg, Claptone, Dominik Eulberg, Sascha Braemer, Moonbootica, Speedy J, Âme (DJ), Magdalena, Junge Junge, Tim Engelhardt uvvm. Welchen Tipp gibst du den Leuten, diesen Partymarathon bestmöglich zu genießen?

Thomas Pieper: Vor allem nicht überpacen ;-). Ruhig mit einem Wasser in den Tag starten, nicht schon um 12 Uhr den Hardalk in sich reinkippen und ausreichend essen. Zudem haben wir durch das neue Areal am alten Stadthafen zwei schöne Chill-Out-Bereiche am Wasser, wo man zwischendurch wunderbar entspannen und Pausen einlegen kann. Das war in den letzten Jahren tagsüber nicht so möglich.

Jetzt mal unter uns: Auf welche Acts freust du dich persönlich besonders und wirst du selbst Zeit finden, den Sets zu lauschen?

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Stephan Bodzin

Thomas Pieper: Wie immer bin ich mitten im Geschehen und werde mir möglichst viele Künstler anschauen. Bei der Anzahl und Vielfalt an Acts fällt es mir schwer, jemanden Bestimmtes zu benennen. Ich freue mich natürlich immer auf Acts, die noch nie da waren. Das wäre in diesem Jahr z.B. Stephan Bodzin!

Wenn du an das letzte DOCKLANDS zurückdenkst, welcher Moment bereitet dir immer noch eine Gänsehaut?

Thomas Pieper: Als der von mir sehr geschätzte Solomun zum Abschluss „The Doors“ gespielt hat, das war schon fett!

Danke Thomas. Dir und deinem Team viel Erfolg und Sonnenschein. Wir freuen uns auf das DOCKLANDS 2017!

Thomas Pieper: Danke Dir, liebe Michelle!

Sonnenfrau

Rest-Tickets gibt es noch unter: https://docklands-festival.ticket.io/cw4q2ahk/?

Nacht-Helle Reviews der letzten Jahre inklusive Bildergalerien & Videos:

2016: https://nachthellde.wordpress.com/2016/05/31/papierschnipselregen-beim-docklands-festival-2016/

2015: https://nachthellde.wordpress.com/2015/06/14/docklands-tag-und-nacht/

2014: https://nachthellde.wordpress.com/2014/06/01/bunter-mix-beim-docklands-festival/

„Grün – im Monopark-Stil“ Interview mit Steven McIntyre zur 12. Abfahrt

22 Sep
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Steve Stix & Oliver Koletzki @ 10. Monopark, Fusion, Münster

Jetzt gerade sind es 10 Tage, 1 Stunde, 54 Minuten und 56 Sekunden bis am Sonntag, 02.10.2016 die 12-Jahres-Monopark-Geburtstagsparty im Fusion und Conny Kramer startet. Ein Datum, auf das sich nicht nur der Münsteraner Veranstalter Steven McIntyre wie Bolle freut. Auch die geladenen Berliner Acts, wie Oliver Koletzki und Format:B fiebern dem Gig am Tag vor der Deutschen Einheit entgegen. Der Stil vor Talent-Macher selbst ist Münster-Fan und wer Oliver bei seinen Sets auf vergangenen Monopark-Events erlebt hat, konnte beobachten, wie wohl er sich hinter den Decks im Fusion fühlt. Nacht | Hell wollte mehr erfahren und hat Steven aka Steve Stix ein paar Fragen zu seiner Electronic Club Culture gestellt, die er, zusammen mit den Residents Lars Nielsen, MGness, Khetama, Kai Lorenzen, Cutmaster Jay und Dennis Perlwitz, lebt.

Hallo Steven, altes Haus. Wir beide kennen uns bereits eine halbe Ewigkeit und mindestens genauso lange, hast du deine Wurzeln in der Münsteraner Clubszene. Kannst du dich noch an den Impuls erinnern, bevor du dein erstes Monopark-Event auf die Beine gestellt hast?

Steven: Hey Michelle, ja. Sicherlich schon zwei Dekaden, oder?

Der ausschlaggebende Impuls war 2004, als die damalige Techno-Institution „Cosmic Club“ beschlossen hat, seinen Betrieb einzustellen. Dies war für meinen Resident Partner Lars Nielsen und mich, welcher bis 2006 Monopark mitveranstaltet hat, der Anlass selbst etwas Regelmäßiges auf die Beine zu stellen. Zu dieser Zeit gab es nur noch den Fusion Club, welcher fast ausschließlich Hard-Techno- & Schranz-Events beheimatete. Wir wollten eine Basis für deeperen, technoiden Stuff schaffen. Die gab es bis auf die letzten Cosmic Club Dates, eher selten.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Monopark“?

Steven: Das ist ein Geheimnis! Er ist einfach passend und zeitlos.

Was ist das Besondere an der Feierszene in Münster?

Steven: Münster hat mit seiner Riesenanzahl an Clubs schon fast eine Platzhirsch-Stellung im nördlichsten Westfalenland, wenn ich das so sagen kann. Wir haben neben den bekannten Clubs am Hawerkamp, wie dem Fusion Club (1994-1996 Cosmic Club), welcher just seinen 19. Geburtstag hatte, dem Favela, welches mittlerweile auch 13 Jahre auf den Buckel hat, Jüngling Conny Kramer, sowie noch das 24 Jahre alte Triptychon, in dem in unregelmäßigen Abständen was geht, sowie die legendären Schaltkreis-Events beheimatet hat.

Dann gibt es noch den Stur, den wohl – im wahrsten Sinne – undergroundigsten Club in unserer Region, sowie die Charlotte im ehemaligen Depot. Das sind mal eben fünf Clubs welche jedes Wochenende, teils Freitag und Samstag, ausschließlich elektronisches Programm mit internationalem Booking fahren. Dann kommen noch ein paar Off-Locations, sowie andere Clubs hinzu, welche vereinzelt was machen.

Für eine Studentenstadt schon eine ganze Menge, wenn man beachtet, dass wir grade mal 310.000 Einwohner mit 55.000 Studenten und somit eine höhere Clubdichte wie Hamburg oder Frankfurt haben, ist das schon bemerkenswert!

Hinzu kommt, dass wir mit dem heutigen Fusion Club, neben dem Tresor Berlin, Airport Würzburg und noch ein, zwei Clubs, einen der ältesten noch in Betrieb stehenden Clubs in Deutschland haben.

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Steve Stix

Kannst du dir vorstellen, woanders zu leben?

Steven: Ja und Nein. Ich war in den letzten Monaten ziemlich hin & hergerissen ob ich Münster verlasse und nach Berlin gehe. Letztlich stand alles auf Go, ich musste eh umziehen, aber mein Herz wollte nicht. Hinzu kommt, dass es sicherlich dauerhaft anstrengend geworden wäre in Münster alles am Laufen zu halten. Ich habe zwar ein tolles Team, welches mich unterstützt, aber dauerhaft bin ich doch lieber selbst zu 100% im Monkeybizz aktiv.

Mittlerweile gibt es ja das ganze Jahr über feste Daten deiner Veranstaltungen, wie „We Are Robots“ = Tanz in den Mai, die Monopark-Geburtstagsfeier und eine weitere, zu deinem Geburtstag im November. Aber auch bei anderen Events, wie DOCKLANDS, hast du deine Finger im Spiel?!

Steven: Ich bin letztes Jahr mit Monopark vom monatlichen Turnus, auf ca. sechs bis acht Wochen gegangen. „We Are Robots“ gibt es seit 2015 immer zum Tanz in den Mai, sowie am letzten Samstag im August. Seit Juni 2015 gibt es wieder eine regelmäßige Reihe, welche ich jeden dritten Samstag im Club Favela veranstalte. „Von Freunden für Freunde“. Hier ist der Name Programm und wir sind eigentlich immer die gleiche Crew hinter dem Pult.

Beim DOCKLANDS- Festival bin ich immer mit einem eigenen „Monopark“-Floor mit meinen Residents sowie zwei bis drei Gast-Acts dabei. Hier koordiniere ich lediglich das Programm für den Floor zusammen mit Thomas Pieper vom Dockland.

Ansonsten gibt es ja kaum ein Wochenende, an dem du selbst nicht als DJ aktiv bist. Wo kann man Steve Stix regelmäßig hören?

Steven: Meistens natürlich in Münster. Ich komme aber auch schon etwas rum und freue mich immer wieder über Auswärtsgigs. Leider ist es im Vergleich zu vor zehn Jahren etwas schwieriger geworden, da man heutzutage eine eigene Visitenkarte in Form von Veröffentlichungen braucht, um viel auswärts gebucht zu werden. Hierzu fehlt mir nach wie vor die Zeit fürs Studio und vielleicht ist auch mein Anspruch zu groß, um einfach „mal eben“ was rauszuhauen. Die Zeiten, in denen man für sein handwerkliches Geschick und die dazu passende Musikauswahl gebucht wird, sind leider sehr selten geworden.

Wie ist dein persönlicher Musikgeschmack? War es früher eher die härtere Spur, die du gespielt hast? Bezeichnest du es jetzt selbst als melodiöser? Bei Oliver Koletzki ist es ja momentan vom Sound eher umgekehrt?!

Steven: Nun ja, im Vergleich zu früher bin ich schon ruhiger und melodiöser geworden. Aber letztlich spiele ich das, was ich mag und passt. Ich werde häufig gefragt, wie ich mich auf einen Abend vorbereite, was meine Trackauswahl betrifft. Eher gar nicht. Ich bin da sehr flexibel und in der glücklichen Position auf ein großes, ausgereiftes Repertoire zurückgreifen zu können. Bevor ich starte mache ich mir schon Gedanken was ich spiele, aber das betrifft eher die erste halbe Stunde. Der Rest folgt dann eher aus dem Bauch heraus. Oftmals bekomme ich zu hören, dass ich keine klare Linie habe, aber das ist mir egal! Sets, die sich über Stunden wie ein roter Faden durch die Nacht ziehen, sind eher langweilig. Da fehlt meist der Spannungsbogen, die Reise, der „Wow“ Effekt… Ich bin DJ und ich muss schon flexibel sein. Ich bin dafür verantwortlich, den Gästen einen guten Abend zu bescheren und um sie möglichst auf eine gute Reise zu schicken.

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Oliver Koletzki

Etwas anders ist es bei Oliver Koletzki. Seine ersten Gigs bei uns waren auch eher technoider. Dann kamen die „Lovestoned“ –Deep-House-Sets. Die waren nicht jedermanns Geschmack, aber ich fand es guten Elektro-Pop. Allemal erfolgreich und letztlich ist Oliver damit nochmal über sich hinausgewachsen. Ich meine, wenn du als DJ & Produzent poppige Platten machst, erwarten deine Fans auch solche DJ-Sets. Ganz klar! Wenn du dann aber noch die Keule auspackst und den meisten neuen Leuten zeigst, dass es noch was anderes Gutes an Musik gibt. Et Voila! Da ist die musikalische Erziehung. Chapeau!

Faszinierend an Oliver finde ich, dass er immer wieder eine Überraschung parat hat und einfach seinen Job als DJ macht. Ob technoid oder housig. So lange die Crowd (am liebsten massiv) in Bewegung ist, wird alles richtiggemacht.

Wie ist das Booking zu deiner 12-Jahres-Party entstanden?

Steven: Das war mit Abstand das schnellste und einfachste Geburtstagsbooking ever! Ich wollte einfach Oliver Koletzki und Format:B dabeihaben. Keine Experimente. Einfach zwei Acts, welche sehr gut funktionieren und bei dem unsere Gäste im Vorfeld wissen, was sie erwartet. Nämlich Abfahrt!

Auf was können die Besucher ansonsten noch gespannt sein?

Steven: Ich habe mit meinen kreativen Buddies ein Licht- & Deko-Konzept ausgearbeitet, welches dieses Mal viel mit Videoanimationen und Laser auskommt. Wir arbeiten mit Poolgroup aus Emsdetten zusammen, welche u.a. auch die Time Warp ausstattet. Dann kommen noch Visuals von Linas von der Schaltkreis-Crew. Dazu gibt’s noch eine anschließende Afterhour im Conny Kramer, sowie diverse Specials, welche aber erst am Abend bekanntgegeben werden. Ich kann aber sagen: Es wird grün!

Für alle Stil vor Talent Freunde: Ist Oliver Koletzki mindestens einmal im Jahr Pflicht?

Steven: Mindestens!

Wird es im Nachhinein auch wieder ein traditionelles Mixtape geben?

Steven: Nun ja, wir haben bis zur 10. Jahresfeier immer DVD-Box-Sets mit Mixen von allen Residents als klein Auflage an die ersten 250 Gäste verschenkt. Die gibt es aber seit letztem Jahr nur noch in digitaler Form, da zum einen die Kosten zu hoch sind, sowie wir auch auf Nachhaltigkeit setzen wollten, was die Distribution angeht. Dieses Jahr haben wir sogar das Ganze schon vorab veröffentlicht. Als Warm-Up Set sozusagen.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, welche Acts würden den Flyer der größten Monopark aller Zeiten schmücken?

Steven: Laurent Garnier, Maceo Plex, Luciano, Loco Dice und natürlich Oliver Koletzki!

Wir drücken dir die Daumen und schließen uns der Vorfreude auf die nächste Monopark massiv an!

Sonnenfrau

Weitere Infos zur 12. Monopark: https://www.facebook.com/events/590428404440069/

20 Jahre Dockland – It´s all about House Music

2 Mrz

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWenn sich Bad Boy Bill mal wieder in good old Germany blicken lässt, muss schon etwas Großes anstehen. Was passt da besser, als 20 Jahre Dockland in Münster zu feiern. Am Samstag, 28.02.2015, war es dann soweit: Für 10 Euro Eintritt im Vorverkauf gab es zwei Jahrzehnte Wahnsinn mit 13 DJs im Fusion und Conny Kramer.

Aufgewärmt von lockeren House-Sounds von den CREATIVE PRIMATES, besser bekannt als die Dockland-Legenden Cutmaster Jay & Khetama, fieberten alle dem Auftritt von Bad Boy Bill entgegen.

Lange hatten wir Songs wie „Forever More“ von Moloko und „At Night“ von Shakedown nicht im Club gehört, doch in dieser Nacht war das Motto: „It´s all about House Music“.

Als die Legende aus Chicago sein Old-School-Feuerwerk mit den berühmten Lyrics abfeuerte, wusste jeder, wohin die Reise führt: „In the beginning, there was Jack, and Jack had a groove, and from this groove came the groove of all grooves, and while one day viciously throwing down on his box, Jack boldy declared, let there be house and house music was born.“

Das Münsteraner Publikum – von Leuten mit Skateboard auf der Tanzfläche bis hin zu Ladies, die mal wieder so richtig abfeiern wollten – liebten die Message. Veranstalter Thomas Pieper kam in dieser Nacht standesgemäß im Smoking.

Nebenan in der Fusion Box wurde im intimeren Rahmen zu dem Sound von Luna Tom und Jon Asher getanzt. Da für mich das Fusion mit Techno verknüpft ist, musste ich mich erst einmal darauf einlassen, um mich gedanklich ein paar Jahre zurück ins Dockland zu beamen. Die beiden Ps (Philipp & Patrick) von M.A.N.D.Y. waren dann die Glücklichen hinter den Decks in der Main-Area. Für den krönenden Abschluss war mal wieder Monoparker Steve Stix vorgesehen.

Für uns ging es dann nach nebenan ins gemütliche Conny Kramer. Ein Club, der sogar seiner Toilette liebevolle Namen wie „Herr und Frau Kramer“ gibt, kann nur sympathisch sein. IN.DEED alias P.A.C.O. & Nils Liebich (Kittball) hatten bereits live gespielt. Nun gab es den Dirty-Berlin-Sound von Katermukke-Mann Dirty Doering. Hier konnte man sich locker von dem unkomplizierten Sound treiben lassen.

Danach kam für uns die Überraschung dieser Nacht: Junge Junge. Die beiden Jungs kennt man seit vielen Jahren aus der Musik- und Gastroszene in NRW. Sie knüpften an Dirty Doering an und lieferten einen ebenso entspannten, wie treibenden Mix. Ihren Gig beendeten sie mit „Beautiful Girl“, ihrem neuen Release (Get Physical; Universal).

Der Name Dockland wird weiterhin gelebt: Schon im Sommer, am 13.06.2015, steht die nächste DOCKLANDS auf dem Hawerkampgelände an.

Tja, Legenden leben halt länger!

Sonnenfrau

Videos:

Bad Boy Bill: http://youtu.be/OfPSLw9Nd-s

Junge Junge: http://youtu.be/wYImAwxiasQ