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In der guten Stube beim Tante Mia tanzt – Festival in Vechta

13 Mai

Nun liege ich also in meinem Bett. Hier ist es kuschelig und warm. Das tut gut nach einem langen Festival-Tag. Die Beine sind schwer, die Füße platt vom vielen Laufen und Tanzen. Ein breites Grinsen huscht über mein Gesicht. Ja, bei Tante Mia in der guten Stube habe ich mich willkommen und wohl gefühlt! Kommando zurück auf heute morgen: Nordwestens größtes Electro-Festival startet Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 10. Mai 2018 bereits um 12.00 Uhr.

Seit drei Jahren ist Tante Mia tanzt die Alternative zu Bollerwagen-Touren am Vatertag. Auf vier Floors wird bis Mitternacht abgefeiert. Als wir das Gelände des Stoppelmarktes in Vechta gegen 14.30 Uhr betreten, ist gerade Prime-Time auf dem Mainfloor. Die Housedestroyer nehmen die Bühne auseinander und das animierfreudige Publikum mit.

Über das Wetter wollen wir nicht viele Worte verlieren, kurz: Es könnte besser sein! Da wir aber alle wissen, dass man es so annehmen muss, wie es halt ist, sind alle froh, über das Angebot an Regenponchos. Einen Unterschlupf bietet das Zelt, die Diele. Mit Discokugeln und karibischen Cocktails kann man sich hier schnell gedanklich in wärmere Gefilde beamen.

Ab und zu kommt dann auch mal die Sonne raus. Das gigantische Kettenkarussell steht allerdings still.

Die Mädchen zaubern sich echte Blumen ins Haar am Stand mit selbstgemachten Kränzen. Süße Idee!

Warsteiner ist auf dem Tante Mia tanzt das „einzig wahre“ Bier und nicht zu übersehen.

Dann hat Nacht | Hell das persönliche Tagesziel erreicht: Die gute Stube der Lausbuben. Der Osnabrücker Veranstalter ist outstanding auf dem Festival. Die Musik, die Leute, die Künstler, alles ist hier „irgendwie anders“. Für uns, wie nach Hause kommen!

Lausbube Frank Kruse gibt gerade ein paar Ibiza-Klassiker vergangener Zeiten zum Besten, wie „Needin’ U“ von David Morales.

Rechts und links bettet eine Standuhr die Bühne ein, im Retro-TV werden die Künstler übertragen. Kultig ist das grüne dicke Plüsch-Sofa direkt auf der Stage neben dem DJ-Pult. Hier ist ein Platz geschaffen für die imaginäre Tante Mia.

Mit Frankey & Sandrinos „Acamar“, übergibt Frank Kruse dann an die Kittballer Tube und Berger aus Leverkusen.

Bei einer weiteren Erkundungstour über das Festival stolpern wir über einen Shisha-Stand. Der Zusammenhang zur elektronischen Musik ist uns nicht klar. Dann lieber eine vegetarische Leckerei an einer der vielen Snackbuden!

Leider kostet es in diesem Jahr etwas, seinem Grundbedürfnis nachzugehen. Sorry, aber eine Toiletten-Flatrate für fünf Euro sollte man bitte noch einmal überdenken!

Die Lausbubenstage hatte übrigens Newcomer Sören Fischer eröffnet. Bekannt u.a. aus dem Holy Poly Club in Osnabrück, war er der verdiente Sieger des DJ-Contests.

Wer die Lausbuben kennt, weiß, dass Louis Dinkgrefe einfach dazugehört. Louis` Slot war von 13 bis 14.30 Uhr, knapp verpasst!

Doch den Streich des Ober-Lausbuben, den machen wir mit. Konzentriert und in seiner Musik versunken, greift Dansir zur beliebten Lausbuben-Trickkiste. Schon für dieses Set hat sich der Weg gelohnt!

Etwas Abwechslung erleben wir nebenan in der Bassküche. Bei Audiotricz geht es mächtig zur Sache. Die Crowd hüpft, springt und erlebt den Hardstyle.

Dann freuen wir uns auf ein altbekanntes Gesicht: Felix Kröcher, der gestern noch im Fusion in Münster gespielt hat und heute der Mainact der Lausbuben ist.

Tante Mia tanzt ist nicht einfach nur ein Festival, sondern auch ein Treffpunkt der Szene und so staunen wir nicht schlecht, als wir ein weiteres bekanntes Gesicht treffen. Tocadisco, der selbst vor drei Jahren die Mainstage des Strandfiebers gerockt hat (Anmerkung der Redaktion: Festival vom gleichen Veranstalter; plus2event GmbH). Heute klappert Tocadisco selbst als Gast die Floors ab und nimmt ab 20.30 Uhr an der elektronischen Märchenstunde von Bebetta teil. Mit rosa Köpfchen und einem Lächeln im Gesicht, macht es wahnsinnig Spaß, Bebetta zu beobachten.

Ziemlich schnell wird es dunkel. Die Bühnen strahlen so eine Helligkeit und Wärme aus, dass es nicht so schnell kalt wird.

Mit Feuerwerk im Hintergrund übernimmt Panik Pop das letzte Set des Abends. So wie es sich für die Lausbuben gehört!

Auf die nächsten Streiche!

Danke an Tante Mia!

Sonnenfrau

Fotogalerie: By Nacht-Hell: https://flic.kr/s/aHsmfJx5Vs

By Frank Schürmann: https://flic.kr/s/aHsmhSUQ94

Videos: Audiotricz: https://youtu.be/sG7wH2Y7SMw

Panik Pop: https://youtu.be/fXYY58dQYUc

Charlotte de Witte im authentischen Vogel

5 Feb

IMG_5266Es ist kurz vor 23 Uhr an einem Sonnabend, 03.02.2018 in Osnabrück. Wir stehen in der Schlange und hoffen auf baldige Öffnung unserer Homebase, dem Vogel in der Dammstraße. Seit dem Opening Ende 2013 haben wir nicht so einen Andrang erlebt. Der typische Osnabrücker liegt um diese Zeit eher noch auf der Couch, um zu chillen oder fängt langsam an vorzuglühen, um sich um kurz vor zwei Uhr nachts Richtung Club zu bewegen.

So kennen wir das auch noch aus alten Impuls-Zeiten (Anmerkung der Redaktion: Ehemaliger legendärer Houseclub an der Stadthalle). Wir finden das sehr schade, denn unser Motto ist eher: „Wer früh da ist, kann länger feiern“. Manchmal zieht sich die Zeit im Club wie ein Kaugummi. Schon oft wollten wir um kurz vor zwei wieder gehen und eine halbe Stunde später war auf einmal richtig Stimmung in der Butze.

Um Punkt 23 Uhr öffneten sich die Pforten des Vogels. Derjenige, der sein Ticket im Vorverkauf ergattert hatte, konnte ganz geschmeidig in den Club huschen, alle anderen kämpften, um die letzten Karten.IMG_5223

Den Anfang machte Leia Luise, die Resident-Technodame hinter den Decks. Perfektes Warme-Up, die Frau kam direkt zur Sache.

Die Ersten zogen sich ins Scheppareé zurück, nahmen erstmal einen Drink an der Bar oder qualmten entspannt in der Raucherbude.

Bei Leia füllte sich langsam aber sicher die Tanzfläche, dann übernahm Murat Acar aus OWL im Gespann mit Vogel-Aushängeschild Louis Dinkgrefe.

Ja heute Nacht war Techno angesagt, laut, mitreißend, perfekt um sich hinzugeben – Authentisch halt!

Der Kopf der Bande und Vogelinhaber Christopher Noble aka Cico spielte dann in der Maintime.

Die Spannung auf Charlotte de Witte wurde im gemischten und doch recht jungen Publikum immer größer. In dieser Nacht sah man einige Gesichter zum ersten und hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Aber auch viele Freunde des Hauses und Vogelinsider – nicht nur aus der Region – waren am Start.

Charlotte de Witte enterte um 5 Uhr das DJ-Pult im Vogel. Einen Auftritt in einem Bochumer Club (ROTUNDE) hatte die Belgierin schon hinter sich. Gestern in Augsburg, morgen in Hamburg, ansonsten in ganz Europa und heute eben Osnabrück, eine kleine Sensation, so angesagt, wie sie momentan ist.

Bei Charlotte ist der Kontrast krass. So zart wie sie nach außen wirkt, so hart und auf den Punkt gebracht, ist ihr Sound.

Die Leute feierten zwei Stunden enthusiastisch und die Tanzfläche war fast zu klein.IMG_5275

Authentisch ging es danach mit Dennis Reith und Murat Acar weiter.

Wir wünschen uns zukünftig öfters wieder so eine Nacht, wie diese. Hängt das Besondere von einem Mainact ab?!

Für uns nicht, denn der Vogel hat diese ganz spezielle Ausstrahlung, auch schon zu früherer Stunde, wenn wir uns alle hier versammeln. Was haben wir hier schon für Nächte mit den Residents gefeiert!

Also, Ruck geben und länger feiern…

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHskBymTvX

Video: https://youtu.be/BjCe3BBUjoA

 

Nur im Holy Poly – Intim mit Westbam

11 Dez

IMG_4830Holy Poly – ein kleiner, aber feiner Club in der Dammstraße. Marcel, der seit Jahrzehnten als Initiator in der Osnabrücker Veranstaltungs-szene (u.a. ehemaliges Impuls, Labor, Stellwerk) aktiv war, hat seit 2016 ein neues Baby. Besonders beliebt, sind die Intim mit… Events. Gestartet mit Robert Babicz, dann Timo Maas im Januar diesen Jahres (Nacht | Hell berichtete) und Karotte im Oktober, stand für Samstag, den 09.12.2017 ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für Marcel und seine Gäste an: Techno-Legende Westbam aka Maximilian Lenz.

Der für nächstes Jahr geplante Erweiterungs-Umbau wurde eigens dafür vorgelegt. Und so erstrahlte das Holy Poly mit einem fetten Heiligenschein. Damit sich alle wohlfühlen und um den Fans den Eintritt zu ermöglichen, gab es im Vorfeld die Möglichkeit, sich anzumelden. IMG_4824

Hier steht der Chef Ennix noch selbst an den Plattentellern, bzw. hinterm DJ-Pult.

Für Westbam, der gebürtig aus Münster kommt und traditionell Weihnachten in seiner Heimat verbringt, war es auch etwas besonders, um diese Zeit so heimatnah zu sein.

Ab ein Uhr spielte Max den typischen Westbam-Sound. Mit frenetischen „Westbam“-Rufen platze die Tanzfläche aus allen Nähten und die Leute kamen ihm so nah, wie sonst nie. Zum Schluss haute Westbam noch einen seiner größten Hits, Beatbox-Rocker, raus. Electric-Kingdom gehört zwar längst der Vergangenheit an, doch wir persönlich vermissten die Berlin-Klänge von Anfang 2000.

IMG_4826Im Gegensatz zu den jungen Ravern….
Die feierten bis in die frühen Morgenstunden mit Resident-DJ Soeren Fischer weiter.

Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten…
Intime Parties leben vom Erleben und dafür kann ich das Holy Poly wärmstens empfehlen.

Sonnenfrau

Video: https://youtu.be/_HnSXckG9vA

 

 

Nach Hause kommen – Nature One 2017

8 Aug

IMG_3634Für jeden bedeutet es etwas anderes, nach Hause zu kommen. Für 56.000 Besucher hieß es am letzten Wochenende, den Weg zur Nature One auf die Raketenbasis Pydna in Kastellaun/Hunsrück, anzutreten. Viele feierten bereits ab Donnerstag beim traditionellen Mixery Opening, bevor am Freitag, 04.08., um 20 Uhr der Startschuss für „We call it home“ fiel. 2017 schon zum 24. Mal!

Das macht sich bemerkbar: Künstler, die von Anfang an mit dabei sind, bringen jetzt ihre erwachsenen Kinder mit, DJs ihre Ehepartner oder umgekehrt, junge Acts ihre Eltern. Das Nature One-Gefühl scheint ansteckend, bzw. vererbbar zu sein.

Kommando zurück: Es ist Freitag und Stefan Dabruck spielt ab 21 Uhr auf der Open Air Stage das letzte Set seiner DJ-Karriere. Der Manager von Robin Schulz hat verkündet, nun in den DJ-Ruhestand zu gehen. Ein bewegender Moment für ihn und seine langjährigen Weggefährten.

Im House of House lässt es Lovra gerade geschmeidig, aber druckvoll, angehen. Die süße Blonde versteht es, das Publikum magisch auf den Dancefloor zu ziehen.

IMG_3643Wir erkunden wie jedes Jahr das Gelände, bestehend aus den vier Head-Areas und 19 Clubs.

Nach dem Aufstieg auf den gefühlt höchsten Hügel, besuchen wir die Jungs & Mädels vom Hexenhouse. Gemeinsam mit dem Heaven & Hill-Festival haben sie wieder einiges auf die Beine gestellt. Danielle Diaz rockt hier hoch über den Bergen und wird kräftig angefeuert.

Wieder unten angekommen, bleiben wir beim kunterbunten Gayphoria & Vogue Club aus Koblenz hängen. Nicht etwa, weil wir DJ Fräggel kennen, sondern weil es hier einfach so nett ist!

Unser Highlight ist das 90er-Set von DJ Hell auf dem Classic-Floor, unabhängig davon, was rundherum passiert. Der International Deejay Gigolo steht für sich und seine ganz eigene Art.

Danach gibt es ein wenig Berghain-Feeling bei Ben Klock im Century Circus.

Wir beenden unsere Rundreise für diese Nacht bei Aka Aka feat. Thalstroem live. Unzählige leuchtende LED-Kugeln schweben von der Decke, während die drei Jungs heftigst mit der Crowd im House of House ausrasten.

Samstagabend sind wir wieder zurück im Nature-One-Land. Um die Musik drumherum gilt es einiges zu entdecken: Rave Clothing, den Stand von Eve & Rave und der Medienlounge mit sunshine live, Das Ding, Jugend gegen Aids uvm.

Tue Gutes und rede darüber: Wer bei Viva con Agua seine Bons spendet, hilft damit, Brunnen in Dritte-Welt-Ländern zu bauen. Der Betrag wird dann noch einmal von den Veranstaltern verdoppelt!

IMG_3724Nach einem Abstecher in unsere Lieblingslocation und Sascha Braemer an den House-of-House-Decks, geht es zum Classic Terminal. Jam spielte gerade den letzten Track in Erinnerung an Mark Spoon und übergibt an Hooligan, dem die Freude auf sein Classic-Set ins Gesicht geschrieben steht.

Auf der Pressekonferenz um Mitternacht berichtet Oliver Vordemvenne von I-Motion von einem erneut friedlichen Festival. Die Stadt Kastellaun hat die Raver mit offenen Armen empfangen.

Übrigens ist es eine Besonderheit der Nature One, dass man auf dem Campingplatz seinen Wagen direkt neben dem Zelt abstellen kann!

Tom Novy hätte -laut Sven Schaller von I-Motion- seine Wette eingelöst und seinen dritten Gig in dieser Nacht als Frau verkleidet absolviert.

Der eigentliche Höhepunkt ist allerdings eine Frau, die unerwartet ein Kind auf dem Campingplatz zur Welt gebracht hat, ohne vorher zu wissen, schwanger zu sein. Dem Baby sei auf jeden Fall die Nature-One-Erstausstattung und Gästeliste auf Lebenszeit sicher. Was für eine unglaubliche Story!

IMG_3737Nach solchen News kann das riesige Feuerwerk und traditionell NatureOne Inc. folgen.

Wir feiern laut und schwitzig im Acid-Wars-Bunker bei Sorgenkint und Crotekk live und dann wieder Open Air bei Dune auf dem Classic Terminal.

Diese Nacht im Hunsrück ist ganz schön kalt! Aber dafür gibt es ja den Century Circus, um sich so richtig bei Klaudia Gawlas aufzuheizen. Hier steckt Power drin und wir bleiben bei Fatima Hajji und Pappenheimer b2b Kerstin Eden.

Draußen ist es mittlerweile hell, als wir mal wieder über den Classic Terminal stolpern. Gerade zur richtigen Zeit, denn Man at Arms gibt seine Techno-Klassiker zum Besten.

IMG_3765Für Nacht | Hell bedeutet es, Nature-One-technisch nach Hause zu kommen, in der aufgehenden Sonne bei DJ Dag auf dem Open Air Floor zu tanzen. Ein Moment, der lebenslang in Erinnerung bleibt und jedes Jahr wieder für Gänsehaut sorgt.

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHsm2d8526

Videos:

Stefan Dabruck: https://youtu.be/tDC-cYLhUhY

Pressekonferenz: https://youtu.be/t1tuWzG2Zzk

Dune: https://youtu.be/ZJHDNr8B_24

 

Freche Früchte statt musikalischer Einheitsbrei – Juicy Beats 2017

3 Aug

IMG_3536Es ist Freitagabend, 28.07.2017, 21 Uhr,  und Moonbootica rocken die Electronic DJ Stage am Sandstrand. Wir haben für uns die musikalischen Rosinen, bzw. in diesem Fall die Orange rausgepickt, denn es ist wieder Juicy-Beats-Zeit.

Einmal im Jahr wird der schönste Ort der Stadt, der Westfalenpark, zum Treffen vieler frecher Früchte. Ob Indie, Pop, Hip-Hop, Reggae oder in unserem Fall Electro, dieses Festival bietet alles außer musikalischen Einheitsbrei. Wo sonst gemütliche Spaziergänge in den Blütengärten mit anschließendem Kaffee und Kuchen stattfinden, herrscht einmal im Jahr Ausnahmezustand.

Bereits seit 13 Uhr sind die ersten Floors geöffnet. Vorher erst stand Tobi Tobsen mit Fünf Sterne Deluxe auf der Mainstage der Festwiese, jetzt holt er gemeinsam mit seinem DJ-Kollegen KoweSix alles aus den elektronischen Liebhabern raus. Zeitgleich performt Hauptact CRO auf der großen Wiese. Aftershowparties, u.a. mit Musik aus Kopfhörern, locken zum Weitermachen.

Seit 1996 gibt es das Juicy Beats – das größte Festival für alternative Popmusik – bereits. Hier werden nicht einfach nur lieblos ein paar namhafte Bands teuer eingekauft und Ess- und Trinkbuden aufgestellt. Eher zeichnet sich das Festival durch seinen kunterbunten Mix aus bereits sehr etablierten und erfolgreichen Künstlern aus und Newcomern, die in liebevoller Kleinstarbeit zusammengewürfelt wurden, um ein einzigartiges Konzept zu bilden, das international längst Anklang gefunden hat.

Jeder Floor erhält sein eigenes Früchtchen, ist dadurch einfach zu finden, individuell, aber gleichzeitig Teil eines riesigen Obstsalates. Die Veranstaltung ist jedes Jahr weiter gewachsen und findet in diesem Jahr das dritte Mal bereits ab Freitag mit Camping statt.

IMG_3561Der Sprung zu Samstag ist enorm. Bei warmen Temperaturen ohne Regen platzt der Park bereits seit mittags aus allen Nähten. Durch die Weitläufigkeit des Geländes kein Problem. Hier gibt es neben der Musik auch noch so viel mehr zu entdecken, ein Spielplatz für große und kleine Kinder. Bei Fleurop z.B. können im Do-it-yourself-Verfahren frische Blumen zu einem Haarkranz gebunden werden und die Festivalfrisur steht. Auf der Kreativ.Meile unterhalb des Flamingoteiches stellen (Mode-) Künstler aus der Region ihre Produkte vor.

Und nicht nur das Kult-Getränk, das Bier „Brinkhoff´s No. 1“ läuft in Strömen, sondern auch der Riesling. Wein in Doatmund?! Ja, Dank Generation Riesling, die den Weingenuss junger Winzer aufs Festival holen. Ein großes Angebot zum Teil außergewöhnlicher Foodideen, wie vegane und afrikanische Leckereien und frischem Obst passen hier bestens hin.

Am frühen Abend verkündet Pressesprecher Martin Juhls die frohe Nachricht eines erneut sehr friedlichen und erfolgreichen Festivals. Das Medieninteresse auf der Pressekonferenz für die auftretenden Mainacts, wie Bilderbuch, Trailerpark, Alle Farben uvvm. ist groß. Allein am Samstag hat man die Auswahl an sieben Stages, 19 Floors & Aftershowparties von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachts.

Für Nacht | Hell ist es an der Zeit für einen Abstecher zum CusCus Techno-Floor, der Brombeere in den Blütengärten mit Chris Di Perri und Nakadia b2b Mark Jackus. Hier, neben dem Panda, schlägt das elektronische Herz.

Aber wie so oft ist auch für uns weniger mehr. Zwischendurch chillen muss sein! Nach einer Partie in den Hängematten, in der Nähe der Banane, bzw. dem Tabula Rasa Techno-Floor, finden wir unseren Höhepunkt neben den gut abgedeckten Vogelvolieren, am Platz an den Wasserbecken, der Honigmelone.

IMG_3574Der Berliner Dirty Doering (Katermukke) spielt gerade „The Age of Love“ im Solomun-Remix. Zwar ist uns das Original lieber, aber jetzt und hier liegt etwas Spezielles in der Luft: Als wir auf der Kitball-Stage tanzen, über uns die bunten Segensfahnen mit Blick auf den Florianturm, erstrahlt Dortmund in einem Glanz, den wir uns öfters wünschen.

Danke Juicy Beats!

Sonnenfrau

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20 Jahre Gigolo Records – drei Nächte Tresor

18 Jul

Gigolo“Es ist Sommer 2002 und Montagfrüh nach dem langen Love Parade-Wochenende “Access Peace”. DJ Hell steht hinter den Plattentellern im ehemaligen WMF. Es ist heiß im Club und ich erlebe eine Musik, die mir vertraut, aber doch fremd ist. Unter den schwitzenden Leuten tummeln sich einige Freaks. Eine spannende, neue Welt …”

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an diesen Moment, als ich den typischen Gigolo Sound das erste Mal in Berlin hörte. Eine Mischung aus 80er, Electro, Wave, Techno. Düster, aber doch so nah.

Vom 13. bis 16. Juli 2017 feierte DJ Hell nun zwanzigjähriges Labelbestehen im Tresor. Beim “New Wave Rave” kamen viele Gigolo-Künstler noch einmal zusammen. So komprimiert, wie damals höchstens zu Love Parade-Zeiten.

Der Tresor hat noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel. Seit 1991 zählt er zu den bekanntesten Techno-Clubs der Welt. Früher an der Leipziger Straße, seit 2007 in der Köpenicker Straße, unweit vom KitKat, im ehemaligen Heizkraftwerk Mitte.

FischerspoonerAm Donnerstag öffnete vorerst der obere Bereich. Es war nach Mitternacht und Hell legte im gut gefüllten Globus auf. Fischerspooner live hatten sich für zwei Uhr angekündigt.

Die Trashparty startete mit Sänger Casey Spooner in Lack und Leder im Spotlight. Gefolgt von tänzelnden, muskulösen Jungs in Boxershorts lieferten sie ihre Show ab. Aber was wären Fischerspooner ohne Emerge? Den Hit gab es zum Abschluss. Zur Krönung steckte  sich einer der Jungs einen Laserpointer in den Po. Provokant, schräg und eine Spur zu krass, typisch Gigolo!!

An den nächsten beiden Abenden wurde die FreakShow  im Kino Central aufgeführt. „The Real Gigolo History Movie“ zeigt die Anfänge in den 1990ern bis 2000ern, der Gigolo-Hochphase. Für alle, die die Geschichte noch nicht kannten, ein Muss.

Freitag hatte dann endlich auch der eigentliche Tresorraum geöffnet. Etwas aufgeregt und unsicher fragten wir uns, wird er mit damals standhalten? Als wir das erste Mal in den Keller hinabgingen und den langen Gang nahmen, war es wie früher: Techno pur, ohne Schnösel. Selbst ein Teil der originalen Schließfächer war übrig geblieben. Positiv überrascht fühlten wir uns wohl bei Acid Marias hartem Sound auf der Tanzfläche ohne Stroboskope …

Den Kontrast dazu gab es im Globus, dem früheren Housefloor. Naughty spielte lockeren Sound. Wir trafen auf Anthony Rother, der schon Stunden vor seinem Gig da war, um mitzufeiern. In Thekennähe erkannten wir den eigentlichen Globus wieder, eine Kugel, die bei Berührung Blitze zur Hand leitet, unser nächstes Déjà-Vu. Ein Highlight für alle Electroclash-Freunde war sicher der Auftritt von David Carretta und das weitere Live-Set von Arnaud Rebotini mit seiner Gerätescharr.

„Gigolo Only“ war das Motto der Aurora-Bar, in der auch Merchandise, stilecht in schwarz, angeboten wurde. Immer wieder kommt Hells Verbindung zur Fashionszene und David Bowie durch.

Bei The Hacker im Tresor feierten illustre Gäste aus der Berliner Undergroundszene in den Morgen hinein. Für uns die längste Nacht, denn wir wollten  schon immer Romina Cohn in Natura erleben.

HellSamstag dann, waren ein paar der angekündigten Gigolo-Acts leider waren nicht da. Trotz der Line-Up-Änderungen gab es eine lange Schlange vor dem Tresor. DJ Hell spielte schon recht früh im Keller mit maximaler gebündelter Energie, Tracks aus seinem neuen Album „Zukunftsmusik“: „Car, Car, Car“ von Kraftwerk inspiriert und „I want you“ – Hells Hommage an die Gayszene. Grafisch umgesetzt  vom Pop Art Künstler Tom of Finland, als Erinnerung an ihn.

Ausklang fand 20 Jahre – International Deejay Gigolo Records – am Sonntag im OHM Berlin.

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHskZCimn4

Videos:

Fischerspooner live (Emerge):  https://youtu.be/HFXzCRw0drI

David Carretta: https://youtu.be/FO288kmcw_Q

Anthony Rother: https://youtu.be/x4wCs5mWwDs

DJ Hell (I want you): https://youtu.be/HdcaF0k4Ook

Heftiges Treiben beim PollerWiesen-Festival 2017

5 Jun

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Marcel Dettmann

Pfingstsonntag, 04.06.2017, 23 Uhr: Ben Klock lässt geschmeidig die letzte Platte auf der Mainstage ausklingen. Menschen liegen sich in den Armen, verschwitzt, glücklich, eigentlich kaputt, aber immer noch so euphorisiert, von dem heftigen Treiben heute hier im Revierpark in Wischlingen. Einmal um die Uhr konnte gefeiert werden. Das Opening spielte Julia Govor bereits um 11.30 Uhr.

Jetzt hatten sich noch einmal alle auf, vor und um die Mainstage versammelt, um den grandiosen Abschluss miteinander zu teilen. Die letzten Papierschnipsel regneten zu Boden, das Feuer verpuffte und auf einmal war es ganz still. Wie in Trance wandeln wir zum Ausgang, dort, wo für uns mittags alles begann.

Dortmund kann man momentan nicht gerade als Feier-Mekka bezeichnen. Umso dankbarer ist man, wenn die Kölner Veranstalter den PollerWiesen-Flair einmal im Jahr ins Revier holen. Bedingung dafür ist einzig und allein eine stabile Wetterlage, die ein paar Tage vorher bestätigt wurde. Dann lohnt es sich sogar für die Holländer, mit Bussen zu uns zu kommen.

Unsere erste Anlaufstelle war die Hilltop-Stage, traditionell ausgerichtet von Kittball. IMG_2685 Tibetische Gebetsfahnen über den Tanzenden und Geigenklänge von Paji (live). Das war schon ein Segen, hier oben auf dem Berg, mit einer fetten Soundanlage! Kittball-Mama Juliet Sikora hatte bereits gespielt und P.A.C.O. folgte zugleich. Diese Naturverbundenheit war wie gemacht für Dominik Eulberg, neben Andhim, der Kittball-Headliner.

Dann ging´s zur Beachstage, die auch in diesem Jahr wieder von Voltt aus Amsterdam gehostet wurde und bereits jetzt aus allen Nähten platzte. Konstantin Sibold aus Stuttgart spielte gerade Audions – „Mouth to Mouth“ im Boys Noise Remix -> was für eine Abfahrt!

Nach einem kleinen Rundgang über´s Gelände und etwas Chillen erreichten wir die Mainstage mit Rødhåd, tanzen im leichten Sommerregen. Und es ist jedes Jahr dasselbe: Einmal angekommen, will man hier nicht mehr weg. Und meistens schaffen das auch keine zehn Pferde, mich hier wegzubekommen! Zumal das halbe Berghain in diesem Jahr versammelt war mit Marcel Dettmann, Len Faki und Ben Klock. Puristischer Berlin-Techno – was will man mehr?! Was sonst nur nachts im dreckigen Club funktioniert, macht in Kombination mit Sonnenschein im Herzen das PollerWiesen aus.

IMG_2709Durch die vielen Leute mit der Liebe zur Musik liegt hier etwas ganz Spezielles in der Luft. Etwas, was man nicht in Worte fassen kann, aber man kann es erleben und fühlen, hoffentlich jedes Jahr auf´s Neue!!

Vom Hörensagen wurde auf der Hidden-Stage bei Fjaak (live) und Helena Hauff noch richtig geravt. Für viele, wie auch Bart Skills, ging es noch zur offiziellen Afterhour ins View im Dortmunder U-Turm.

Sonnenfrau

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Lausbuben Liebe am Alfsee / Junge Junge im Dr. Vogel

8 Mai

IMG_2235Mit viel Liebe zum Detail ist das Lausbuben Open Air am Samstag, 06. Mai 2017 über die Bühne gegangen. Wenn man es genau nimmt, nicht am großen Alfsee, sondern am Badestrand, den Dubbelausee in Rieste. Direkt neben der Wasserskianlage. Bei den Lausbuben ist alles ein wenig anders. Darauf legt Veranstalter Daniel Bruns wert. Hier zählen andere Werte. Und auf Chaoten verzichtet der Lausbuben-Chef gerne. Die Feierszene rund um Osnabrück weiß genau dieses Anderssein zu schätzen und fieberte dem Start in die Festivalsaison entgegen. Viele sind Wiederholungstäter und bereits das dritte Jahr in Folge mit dabei. Auch der Wettergott entpuppte sich als Lausbube und brauchte im Vorfeld nicht bestochen werden. 18 Grad und trocken, stabile Aussicht.

In erneuter Zusammenarbeit mit der Plus2event GmbH wurde auf dem Areal wieder alles hergerichtet, damit alle sich wohlfühlen: Riesige Bühne mit gewaltigem Soundsystem, breites Getränke- und Snackangebot, ausreichend Dixies und der Jägermeister-Aussichtsturm.

Traditionen soll man nicht brechen und somit war Frank Kruse wieder der Warm-Up-DJ der Stunde null. Raus aus dem Bus und rauf auf die Tanzfläche. Langsam aber sicher füllte sich der Bereich vor der Bühne.

Alec Troniq aus Dresden spielte eine Stunde live, bevor es später schon wieder ins Ritter Butzke nach Berlin ging.

Für ein DJ-Set waren die Zeiten allerdings knapp bemessen. Da konnte man nur direkt einen raushauen. Und wenn jemand das kann, dann die Jungs aus Berlin.IMG_2307

Zum einen Jakob von Format: B und zum anderen die Jungs von Aka Aka samt Thaelstroem.

Somit gab es kein langes Rumgeplänkel, sondern es wurde direkt geackert. Holger von AkaAka konnte dann auch nichts mehr hinter dem DJ-Pult halten. Er stürmte nach vorne und eskalierte mit dem Publikum.

Dann freuten wir uns, ein Urgestein der elektronischen Musikszene aus NRW nach langer Zeit mal wiederzusehen: Tapesh. Und einen Unterschied zu früher konnten wir auch nicht feststellen. Er rockte wie eh und je.

Spätnachmittags fand dann auch endlich die Sonne den Weg durch die Wolken. Wie kann es auch anders sein, wenn gleich zwei Franzosen nacheinander auftreten: Joachim Pastor und N´to von Hungry Music aus Paris.

IMG_2291Die Zeit verging wie im Flug. Es gab ausreichend Möglichkeiten, zwischendurch direkt am Wasser oder auf der großen Wiese zu chillen und das Spektakel zu beobachten.

Nachdem es etwas smoother geworden war, drehten Panik Pop ab 20 Uhr nochmal richtig auf. Wer regelmäßig bei den Lausbuben aufm Floor ist, dürften die Leipziger Jungs mehr als bekannt sein.

Langsam näherte sich das Open Air dem Ende, aber nicht ohne Daniel „Dansir“ Bruns. Schließlich hat man als Veranstalter doch eine Fürsorgepflicht und der ging er pflichtgemäß nach.

Standesgemäß versammelten sich alle, die noch auf den Beinen stehen konnten, vor, auf und neben der Bühne zum Abschlusstanz.

Dansir packte allen noch etwas gute Laune, Schokolade und Wein für die Rückfahrt ein, mit seinem Abschlusstrack „Wine and Chocolates“  von Theophilus London.

Um Punkt 22 Uhr wurde es auf einmal ganz ruhig am Alfsee.

Aber…

IMG_2202Junge, Junge, für uns ging ja noch weiter. Zwar gab es keine offizielle Afterparty, aber die Plakate der SoundBoutiqueler im Ausgangsbereich lockten in den Dr. Vogel.

Dort öffneten die Türen in dieser Nacht zwar etwas später, aber früh genug für alle, die nach Osnabrück heimkehrten.

Heute stand hoher Besuch aus dem Rheinland an. Junge Junge (Get Physical), die vor einiger Zeit mit „Beautiful Girl“ ihren Hit landeten und jetzt mit „Run Run Run“, auch auf Universal Music und wieder mit Kyle Pearce, nachlegen. Soviel Harmonie in den Tracks musste ja auch belohnt werden!

IMG_2340Nach dem Münsteraner Luna Tom legten die Beiden direkt los. Wenn man die Jungs so beobachtet, wird da in nächster Zeit sicher noch einiges kommen. Rochus und Michael fühlten sich sichtlich wohl im Vogel und feierten hinterher noch weiter mit der Crowd und Ryan hinter den Decks.

Veranstalter Ryan Stephens hatten wir hier lange schon nicht mehr spielen gehört. Das wurde mal wieder Zeit!

Sonnenfrau

Bildergalerie:

By Nacht | Hell: https://flic.kr/s/aHskVdz5R7

By Frank Schürmann: https://flic.kr/s/aHskW9V2Pv

Videos:

Dansir: https://youtu.be/Qb2IrnEc2cU

Dansir, Finale: https://youtu.be/Tgt6UXNIKQQ

 

 

 

RAVE ON! – Wiedersehen alter Rave-Gefährten

20 Mrz

IMG_1605Was macht einen typischen Raver der 90er aus? Bunte, spitze Haare, neon Klamotten in Plüsch und wahrscheinlich noch einen Staubsauger auf dem Rücken?! Vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß. Aber die Sehnsucht ist für alte Rave-Gefährten groß, noch einmal in diese Rolle schlüpfen. Diesen Wunsch hat das Orga-Team rund um Alexander Jäger frühzeitig erkannt und lange geplant, um das RAVE ON! – Indoor Classic Festival in Münster auf die Beine zu stellen.

Bereits seit Monaten veröffentlichten sie alte Videos, Bilder und Biografien der Künstler.

Am Samstag, 18.03.2017 war es dann soweit: Ab 23 Uhr öffneten sich alle Türen des Fusions & Conny Kramers am Hawerkamp, um eine Nacht lang auf fünf Floors zu raven.

Nach der Jägermeister-Begrüßung und Aktion im Fotokasten ging es in die Main.

Dort spielte gerade DJ Da Carlo alte Klassiker, wie „Beachball“ von Nalin & Kane, „Kernkraft 400“ von Zombie Nation oder Fragma mit „Toca´s Miracle“. Lange nicht mehr im Club gehört und optimal um warm zu werden.

Erst langsam füllen sich die Hallen.

Nach einem Abstecher im Technokeller beim Münsteraner-Gefährten MGness, ging es hoch ins Conny Cramer, hier gab es real Housemusik by Hen B.

Das erste große Highlight war natürlich der Auftritt von Marusha. Da der Timetable bereits im Vorfeld veröffentlicht wurde, kamen viele erst nach Mitternacht.

Um Punkt 1 Uhr stand Marusha dann hinter den Turntables. Was soll man sagen? Auch die Rave-Göttin ist erwachsen geworden. Aber auch ohne grüne Augenbrauen, wirkte Ihre Performance mit dem kindlichen Charme und dem Spiel mit den Leuten, wie damals.

Die Main stand Kopf!

Zeit für ein bisschen Abwechslung und real House-Music. Die gab es bei Harry Bee & Werner von Lindenau im Conny Kramer. Auch hier liefen die Vinyls heiß.

Fast alle DJs spielten in dieser Nacht mit Platten und ihre alten Remixe. Da ist sicherlich ein Wunsch von vielen in Erfüllung gegangen.

Insgesamt war das Publikum sehr gemischt. Von alten Ravern in Jeanslatzhose und Longsleeve, bis auf das junge Mädel im knappen Top, war alles dabei.

Bei der RAVE ON! traf man auf alte Weggefährten, die längs in der Versenkung verschwunden waren, wie z.B. Mike Dragon, der bestens im Trancefloor (Fusion Box) aufgehoben war.

Im Fusion gings auf der Tanzfläche  mit „Hands up in the air“ weiter: Der Münsteraner Dune war am Start und führte die Leute in eine musikalische Zeitreise.

Neben seinen eigenen Rave-Klassikern war eines der Höhepunkte „Outside World“ von Sunbeam.

IMG_1628Richtig technoid abgegangen ist es zeitgleich bei Steve Mason: Dreckig, laut und schwitzig, der Tresor lässt grüßen!

Wir trafen auf die liebenswerte Nathalie de Borah, die sich schon mental auf Ihren anstehenden Gig vorbereitete. Mittlerweile ging Dunes Sound in Richtung Gabber.

Kein optimaler Übergang, aber durchaus machbar für Nathalie.

Nachdem die hartgesottenen Fans Dune huldigten, übernahm Mrs. de Borah. Warum nicht einen kurzen Break, um die Leute in eine ganz andere Welt zu entführen?!

Mit Klassikern, wie Emmanuel Top´s „Acid Phase“ oder „The Age of Love“ von Jam & Spoon, dabei wurde noch einmal ganz fest an den 2006 verstorbenen Mark Spoon gedacht.

Was für eine Nacht! Und ja, ab und zu tut es wirklich gut, noch einmal diese Zeitreise in die 90er zu erleben.

Danke dafür!

Nacht | Hell freut sich auf eine Wiederholung. Und verabschiedet sich mit den Worten: RAVE ON!

Sonnenfrau

 Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHskSMzc7Q

 Videos:

 Dune: https://youtu.be/xR6gTitY5-c

 Nathalie de Borah: https://youtu.be/lHmWFYnueTc

 

LOUD -> LOUDER – Das Revival im Bremer Pier 2

21 Nov

IMG_0613.JPGEigentlich hatte es sich Nacht | Hell seit ein paar Wochen für die Wintersaison schon so richtig gemütlich gemacht. Aber für eine Nacht, Samstag, den 19.11.2016, haben wir uns aus dem kuscheligen, warmen Bettchen begeben, um in den Norden zu reisen. Vor über 10 Jahren waren wir bereits schon einmal hier in Bremen. Die LOUD hatte es damals geschafft, das Pier 2 einmal so richtig umzu- krempeln. Und so standen wir nach den vielen Jahren wieder in der großen Halle am Bremer Hafenbecken und die ersten Bilder kamen hoch.

Es war die Zeit des Schranzes und der Gott der Technojünger, Rush aus Chicago, feuerte die LOUD an. Jetzt allerdings kam uns alles etwas kleiner vor. So wie bei einem Kind, das alles von früher größer / gewaltiger in Erinnerung hat. Es war kurz vor 22 Uhr und ein gewisses Kribbeln lag in der Luft.

Die Securities begaben sich in Stellung und ein alt bekanntes Gesicht von damals lief uns in die Arme: Der Bremer DJ Leptomorph, der mittlerweile in Berlin wohnt und die Leute später im zweiten Floor beglücken wird. Für unseren Münsteraner Buddy Steve Stix war es auch eine Zeitreise in die Vergangenheit. Heute spielte er das Opening im Mainfloor, der sich schnell füllte. Begleitet von einer gewaltigen Lasershow, einem massiven Soundsystem und CO2-Stößen für die Crowd, kam Steven immer mehr in Fahrt.

img_0595Mittlerweile trudelten die zweiten Mainacts der LOUD ein, AKA AKA oder besser gesagt, Hannes & Holger, gutgelaunt und mit dem Schalk im Nacken. So wie man die Jungs halt kennt. Um kurz nach Mitternacht spielte Format:B, oder besser gesagt: Franziskus. Es ist jedes Mal ein Glücksspiel, wen man von den beiden Formatikern hören wird. Da wir letztens in Münster Jakob gehört hatten, passte es so. Franz` Set war bereits jetzt unser musikalisches Highlight.

Die LOUD war im vollen Gange, als mir Stevie Evers über den Weg lief. Er war derjenige, der als Veranstalter den Hut aufhatte und ich stellte fest: aus dem jungen Typen von damals ist ein Macher geworden. Manchmal muss man eben zweimal hinschauen! AKA AKA verwandelten sich für die LOUD in Techno-Biester, eine Seite, wie ich die Zwei noch nicht kannte. Thalstroem hätte hier mit seiner Trompete nicht reingepasst!

Insgeheim wartete das Publikum auf das Aushängeschild Rush. Viele Gäste haben einen weiten Weg auf sich genommen, um die Ikone zu hören und wurden nicht enttäuscht: Rush machte dem Veranstaltungsnamen alle Ehre. Bis jetzt war es LOUD, mit Rush wurde es LOUDER. Aber als Schranz würde es heutzutage kaum noch jemand bezeichnen!

Wer zwischendurch ein paar smoothere Klänge gebrauchen konnte, traf im Laufe der Zeit im zweiten Floor auf die Bremer Laszlo aka Dutsky, audio stunts & mahumba und die Berliner You and Alex und Kry82. Die Zeit raste.

IMG_0631.JPGZurück in der Main wurde es auf einmal ganz still. Die Musik war aus und Rush war weg. Großes Fragezeichen! Kurz darauf wurde es wieder laut. Da hatten sich zwei spontan zusammengetan: Steve Stix und ein Teil von AKA, also Holger, spielten ein überraschendes B2B. Was für eine Kombo und der Ausklang der Nacht. Eine besondere Nacht für Bremen und ein Revival, was nicht wieder so lange auf sich warten lassen sollte!

Sonnenfrau

Fotogalerie: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/albums/72157676908653105

Video: https://youtu.be/p6KKatIYBlI