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Feiern mit Herz im Olgapark – Ruhr in Love 2019

7 Jul

Techno, House, Trance, Hardcore, Goa – wofür schlägt mein Herz? Diese Frage haben am Samstag, 06.07.2019, 36.000 Ruhr in Love Besucher für sich beantwortet und auf 40 Floors mit 400 DJs gefeiert. 2019 bereits zum 17. Mal! Von 12 bis 22h wurde der Olga Park in Oberhausen wieder zur Pilgerstätte der elektronischen Familie.

Wer auf Vielfalt steht, kann sich dort ausleben: Die Mischung aus Stars und Newcomern, Jung und Alt, die Musikstyles, teilweise mit Soundüberschneidungen. Für mache etwas zu laut und zu bunt…. Das Konzept ist auf jeden Fall einzigartig! Zusammen mit der Location ergibt sich eine Symbiose, die einmalig für ein Tagesfestival ist.

Nacht | Hell hatte sich einen festen Fahrplan gemacht, für all das, was uns am Herzen lag. Unser erster Stopp war der Bereich rund um die Floors Hexenhouse und Housekeeper, die wieder nah beisammen waren. Es dauert nicht lange, bis man jemanden über den Weg läuft, der oder die seit 20 Jahren Bestandteil der Feierszene in NRW ist.

Der gebürtige DJ und Produzent aus Recklinghausen, Moguai, spielte seit 14.30h nebenan auf der riesigen Center-Stage. Im strahlenden Sonnenschein gab sich das feierwütige Publikum seinen progressiven Beats hin. Der eine oder andere Klassiker löste schiere Begeisterung aus. Für manche so viel, dass nur noch Wasser zur Abkühlung half.

Gechillt werden konnte zwischendurch auf den weichen Wiesen und unter Bäumen. Wenn man einmal das komplette Gelände erkundigen wollte, brauchte man zwischendurch schon die eine oder andere Verschnaufpause…

… Um danach wieder richtig abzugehen, z.B. bei Acid Wars, Techno Rulez! & Partykumpel Ruhrgebiet. Hinter den Decks Man at Arms vs. Sorgenkint, das Acid Wars-Gespann schlechthin. Der Dancefloor brannte, im übertragenden Sinn!

Wer auch nicht erst seit gestern zu elektronischer Musik tanzen geht, kennt Nathalie de Borah. Die DJ-Frau, die seit Mitte der 90er Jahre mit ihrem Technosound berauscht und begeistert. Um 17.45h war sie auf dem Players Club & Clublife Floor anzutreffen.

Dann ging es zurück zu unserer Homebase, dem Housekeeper meets Ibiza World Club Tour pow. by Katana Agency Floor. Danielle Diaz haute gerade „Pulverturm“ von Niels van Gogh raus. Der Klassiker entzündete den Funken im Pulverfass, sprich: Brachte die Stimmung zum Überkochen.

Ab 19h gab es die ersten Schauer.  Ich lasse es jetzt lieber zu schreiben, „der Regen tat der Stimmung keinen Abbruch“, die Floskel braucht kein Mensch!

Wir hatten noch einen letzten Punkt auf unserer Agenda, den sunshine-live-Floor. Denn bei DEM Radiosender für elektronische Musik und deren Protagonisten wie DJ Falk konnten wir noch auf ein paar Classics hoffen.

Um 21h versammelten sich alle Kinder der 90er, oder die, die es noch werden wollen, zum Abschluss-Set von Dune bei sunhine-live. Hier klopfte das Herz für den Rave hörbar laut.

Sonnenfrau

Bildergalerie:  https://flic.kr/s/aHsmESUyAR

Interview mit Ravers Merchandise – eine Hardcore Sammelleidenschaft

22 Feb

Als ich Patrick zum ersten Mal sah, ist mir direkt sein spezielles 90er Longsleeve und die Bonzai-Records-Kette aufgefallen. Ja, man sieht Patrick, 35 Jahre, aus Bochum an, auf welche Musik er steht: Hardcore. Ein Mann mit einem großen Herz für die Musik, seine Leidenschaft und das Lebensgefühl. Nacht | Hell wollte mehr erfahren:

Seit wann hörst, bzw. lebst du elektronische Musik?

Patrick: In den frühen 90er-Jahren hat es, dank meiner Mutter, mit Eurodance angefangen. Ab 1994 dann mit den ersten Übertragungen der Mayday und später dann Rave Around The World etc. 1995 habe ich dann selbst die ersten Gabber-/ Rave-CDs gekauft.

Wie ist es zu deiner Leidenschaft für Hardcore gekommen?

Patrick: Es war etwa Mitte der 90er-Jahre. Durch den älteren großen Bruder meines damals besten Freundes habe ich die ersten Technopartys im Partykeller miterlebt. Im Keller wurden dann Geburtstage gefeiert oder sich „warm gemacht“, bevor die großen Jungs zur Mayday gefahren sind. Da kribbelte es schon bei mir. Ich war aber leider noch etwas zu jung. 1996 hatte ich einen Kollegen, dessen Bruder zur Thunderdome 1996 (Dance or Die) gefahren ist. Als er wiederkam, erzählte er alles „Er könnte sehr geil hakken“. (Anmerkung der Redaktion: Ein spezieller Hardcore-Tanzstil). Ich war davon sehr beeindruckt!

In meinen ersten Rave-Videos, Thunderdome und Global Hardcore Nation 1997 / 1998, habe ich dann die härtere Feierart „live“ gesehen. Da dachte ich mir „Das will ich auch erleben!“.

1998 wollte ich dann zur Global Hardcore Nation ins Tarm Center in Bochum. Es wäre ein Katzensprung für mich gewesen! Aber meine Mutter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und da ich natürlich nicht locker gelassen habe, durfte ich endlich zu meiner ersten Gabber-Party: A Nightmare in Germany – Tarm Center Bochum (Fr. 10.09.1999), veranstaltet von P.T.P. Entertainment Bochum (Pump this Party). Da war die Liebe zum Feiern geboren, die bis heute anhält.

Was war der ausschlaggebende Grund für die Entscheidung: „Ich fange jetzt an zu sammeln?“

Patrick: Wie gesagt, 1995 hat es mit CDs angefangen. Das erste Shirt, bzw. Longsleeve habe ich 1997 zusammen mit der Best of Thunderdome´97 Giftbox bei POWER (heute: Aktiv Musicpoint) in der Bochumer Innenstadt gekauft. Der Inhalt war: Longsleeve, 3er CD Box, Anhänger, Mousepad, ID&T Schablone, Diskette, VHS Video. Kurz danach habe ich mir im IMPORTANT RECORDS in Essen meine erste Thunderdome / ID&T Bomberjacke gekauft. Und danach nahm alles seinen Lauf.

Auf welche Stücke bist du besonders stolz?

Patrick: Stolz macht mich eigentlich alles in meiner Sammlung, welche ich ganzheitlich betrachte. Besonders hervorzuheben ist meine Thunderdome 1997 Giftbox. Die hat damals 100,- DM gekostet. Ein absolutes Vermögen für mich! Ein weiteres Sahnestück ist ein Crew T-Shirt der allerersten Mayday in Berlin, 1991. Das habe ich vor Jahren von einem ehemaligen Low Spirit Recordings Mitarbeiter bekommen. Seiner Aussage nach, wurden zehn Stück produziert. Wie viele es davon noch gibt, wusste er nicht. Ich kenne nur eine Person, die so ein Shirt ebenfalls besitzt. Alle Shirts sind unterschiedlich, bis auf den vorderen Druck und einzeln gebleicht. Eine Mayday Regenjacke von 1992 darf ich ebenfalls mein Eigen nennen.

Was fehlt dir noch unbedingt in deiner Sammlung?

Patrick: Da wären z.B. ein Crew Shirt, sowie eine Bomberjacke vom legendären Label Bonzai Records. Außerdem die Eintrittskarte von der ersten Mayday. Sofern wirklich welche verkauft wurden. Es heißt zwar, dass es 5.000 Karten gab, aber niemand konnte mir bisher eine Mayday Karte zeigen, geschweige denn sagen, ob es die auch gab oder nur eine Abendkasse stattfand. Von der Kölner Mayday 1992 fehlt mir auch (noch) die Eintrittskarte. Ja, und da wären noch ein paar, wenige Klamotten von Thunderdome / ID&T.

Hier ist die Gelegenheit für deinen Aufruf:

Patrick: „Also, Freunde des guten Musikgeschmacks: Ich bin leidenschaftlicher Sammler aller Gabber-/ Rave- / Techno-Sachen aus den 90er Jahren wie Klamotten, Accessoires, Poster, Flyer, Bücher, Magazine, Eintrittskarten, CDs, MCs, Vinyls, VHS-Rave-Videos etc. Da ich immer wieder etwas doppelt habe, tausche und verkaufe ich auch diese Sachen. Ihr könnt mich gerne jederzeit auf meiner Facebook-Seite Ravers Merchandise kontaktieren. Wollt ihr mir Fotos eurer Sammlung zeigen? Habt ihr DJ-Fotos aus den 90er Jahren oder sonstige Fragen? Ihr sucht etwas? Ihr wollt etwas verkaufen? Lob? Kritik? Anregungen? Schreibt mich an!“

Viele fragen mich nach der genauen Größe meiner Sammlung. Ich habe schon längst vorgehabt, alles genau zu zählen, aber das dauert. Grob kann ich folgende Zahlen nennen: 350 T-Shirts, Longsleeves, Bomberjacken. Tausende Flyer, Poster, ca. 300 Kassetten und CDs. Einzeln betrachtet, ist man da schon im vierstelligen Bereich. Und mehrere hundert Eintrittskarten.

Aufgrund der immensen Größe träume ich von einem kleinen Museum. Das würde ich extrem gerne machen, lieber heute, als morgen! Aber da gibt es noch meine Familie und eine regelmäßige, dreischichtige Arbeit. Weiterhin benötigt man ja auch ein paar Finanzen für solch ein Projekt. Also, wer mich dabei supporten möchte oder sonstige Ideen hat, meldet euch!

An dieser Stelle möchte ich mich bei dir, Michelle, für dieses Interview bedanken. Es war eine tolle Erfahrung, wie wir als Komparsen bei Magical Mystery, dem Ravefilm der 90er, mitgewirkt haben.

Beim Dreh durfte ich ein Bonzai Records- und ein Over Drive-Longsleeve von 1994 aus meiner Sammlung tragen. Einem Kumpel habe ich ein Ruffneck Longsleeve geliehen. Im Abspann bin ich auch noch tanzend mit Raverhut (Anglerhut) zu sehen.

Und großen Dank an alle, die mich beim Sammeln und Feiern stets fördern!

„Keep the raving spirit alive”, “Never stop raving“, “Save the Rave” und “Rave On”…

Patrick, wir wünschen dir, dass deine Leidenschaft niemals endet! Liebe Freunde, DJs aus der elektronischen Musikszene, wer Patrick unterstützen möchte, hier der Kontakt:

https://www.facebook.com/raversmerchandise/

Es lebe der Rave!

 Sonnenfrau

 Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHsma3gcwr