Musikalische Fesselspiele zum 3-jährigen Lausbuben Geburtstag – Interview mit den Pornbugs

22 Okt

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Lausbuben lassen sich nicht lumpen: Zu ihrem 3-jährigen Geburtstag am Samstag, 18.10.2014 hatten die Jungs direkt 50 Kilo Konfetti geordert, um jede Ecke des Clubs Dr. Vogel in Osnabrück für eine Nacht in eine bunte Konfettiwelt zu verwandeln. Davon hatten die Patienten auch noch lange etwas. Während Chefarzt Dansir (Daniel Bruns) hinter den Reglern seiner Praxis stand, nahm sich sein Kompagnon und fast noch Geburtstagskind Cico (Christopher Noble) Zeit für einen Termin im Sprechzimmer. Das Patientengespräch führte Nacht | Hell mit den Pornbugs (Sven Goder & Sven Czerwienski) direkt nach dem Set.

Hallo Sven & Sven, heute muss ich mir nur einen Namen merken. Umso komplizierter wird es euch auseinanderzuhalten. Könnt ihr mir helfen?

Sven Czerwienski: Ich bin zwar der Größere, aber trotzdem der Jüngere mit meinen 37. Mein DJ-Partner Sven ist ein Jahr älter und manchmal mehr der kreative Kopf. Ich bin eher der Strukturiertere, Organisiertere von uns beiden.

Ist es gewollt, dass man bei euren Künstlernamen zuerst an Pornos denkt?

Sven Czerwienski: Wir haben im Zeitraun 2001 bis 2006 unter unserem Projektnamen I.D.O.G.& Crypton angefangen Musik zu machen, da haben wir für diese Zeit den typisch toolig, technoiden Sound gespielt. Zu der Zeit war ich auch öfters auf Ibiza und habe dort die eine oder andere Inspiration bekommen und Sven vorgeschlagen, dass wir etwas groovigeres machen, was nicht mehr so technolastig ist.

Sven Goder: Den Pokerflatsound von Steve Bug & Co. haben wir damals schon ab und an mal gespielt. Als Sven immer öfters von seinen Ibiza-Eindrücken erzählte, wurde uns klar, lass uns was neues machen, der technoide Sound wurde uns eh langsam etwas zu straight und genau diese Entwicklung hatte uns zur damaligen Zeit Antrieb für „Neues“ gegeben!

Sven Czerwienski: Die Entwicklung hat uns gezeigt, dass wir Lust auf einen Sound haben, der mehr „Seele“ hat. Dann brauchten wir für unser neues Projekt einen anderen Namen. Wir hatten schon immer eine Affinität etwas Provokantes zu wählen, das bleibt bei den Leuten im Gedächtnis. Unser neues DJ-Projekt ist im selben Zeitraum entstanden wie unser Label. Der Name lässt sich etwas einfacher erklären, hinter Bondage-Music steckt die Idee, die Leute mit unserer Musik an den Floor zu fesseln, Pornbugs hat sich dann parallel daraus ergeben.

Ihr seid heute nicht aus Berlin gekommen, sondern aus Münster. Davor wart ihr auf dem ADE in Amsterdam. Wie waren die letzten Tage für euch?

Sven Czerwienski: Das war super, aber auch anstrengend. In Amsterdam waren wir bis jetzt noch nie, außer am Flughafen.

Sven Goder: Das war für uns das erste Label-Showcase in Amsterdam zusammen mit El Mundo, der gerade seine erste EP bei uns releast hat. Den haben wir jetzt zum zweiten Mal getroffen, ein super easy Typ, die Chemie stimmt einfach. Dann waren wir noch bei DIYNAMIC und haben NTFO & Karmon persönlich kennengelernt, die einen Remix auf der EP beigesteuert haben. Bisher kannten wir uns nur via Skype. Deren Remix von „The Message“ haben wir heute auch am Anfang gespielt, der ist gut abgegangen. Gestern waren wir im Conny Cramer in Münster. Wir sind ohne Erwartungen hin und haben dann über drei Stunden gespielt. Das war ein sehr ausschweifender Abend.

Euch kennt man ja schon hier in der Ecke. Ich erinnere mich an euer Set auf dem Lausbubenfloor beim Strandrauschfestival in Goldenstedt im Sommer und letztes Jahr Silvester hier im Dr. Vogel, leider ohne Sven (Goder). Wie ist der Kontakt zu den Lausbuben entstanden?

Sven Czerwienski: Vor zwei Jahren hat Airtime aka Beatamines mit Dansir (Daniel Bruns) „Dope is Dope“ bei uns veröffentlicht. Danach hat Daniel uns zu einem Lausbubenevent nach Osnabrück eingeladen, da haben wir mit Alle Farben gespielt und auch Christopher Noble (Cico) kennengelernt. Daraus ist dann eine Freundschaft gewachsen. Es macht immer viel Spaß, wenn wir hier sind, wir fühlen uns sehr wohl.

Sven Goder: Hinzukommt, dass es auch ein guter Austausch mit den Künstlern ist. Wir sind ja auch Veranstalter und holen die Lausbuben ab und an zu unserem Label-Showcase ins Ritter Butzke nach Berlin, der alle drei Monate stattfindet.

Heute wird zweimal Geburtstag gefeiert (3 Jahre Lausbuben & Christopher Nobles Geburtstag). Ihr seid heute mit Danny M zusammen die Headliner. Wie ist es zu dem Booking gekommen?

Sven Czerwienski: Das war eher ein Zufall, Cico hat gesehen, dass wir in Münster spielen, dann hat es sich angeboten, das miteinander zu verbinden.

Christopher Noble: Ja, als ich das gesehen habe, habe ich schnell reagiert. Den Danny M kenne ich aus London, der hat dort einen Plattenladen gehabt, indem ich früher öfters war. Den haben wir jetzt bereits zum fünften Mal rüber geholt.

Sven Czerwienski: Wir haben Danny gestern kennengelernt, er war Fan von unserem Label, hat fleißig bei uns geordert und war ganz überrascht, dass wir dahinterstecken.

Christopher Noble: Danny M ist gleich nach Daniel dran, während wir TamTam (Cico & Luna Tom) den Schluss spielen. Louis Dinkgrefe hat den Anfang gemacht.

Sven Czerwienski: Zu Louis möchte ich noch etwas sagen: Wir finden es super, dass ihr die junge Generation so fördert. Uns alle verbindet die Musik und Louis hat´s technisch echt drauf. Von dem wird noch was kommen!

Zum Thema „Hitgeballer“, das habt ihr ja heute gar nicht gemacht. Ich habe das Publikum gefragt, euer Sound wurde eher insidermäßig empfunden.

Sven Czerwienski: Unser Sound ist geprägt durch Berlin, da spielen wir aber noch viel langsamer.

Sven Goder: Heute haben wir uns vom Tempo angepasst, ansonsten spielen wir noch viel deeper und flächiger.

Sven Czerwienski: Wir sind nicht unbedingt die DJs, die einen Hit nacheinander spielen. Wir sind der Meinung, dass die Musik anders transportiert werden muss.

Bitte noch ein paar Worte zu eurer Labelarbeit.

Sven Czerwienski: Uns ist es wichtig, dass wir eine familiäre Atmosphäre haben und mit Acts zusammen arbeiten, denen es auch nicht nur um das reine Business geht. Deswegen passt es ja auch mit den Lausbuben so gut!

Sven Goder: Mit El Mundo haben wir noch einiges vor. Unsere nächste EP steht auch schon in den Startlöchern mit Markus Homm, danach kommt Mario Aureo, eine von NTFO & Karmon und Mihai Popoviciu ist auch geplant. Mihai Popoviciu wäre auch was für eine Labelparty nächstes Jahr im Dr. Vogel, an dem ist auch Cico schon interessiert

Womit verdient ihr ansonsten eure “Schrippen”?

Sven Goder: Wir sind bodenständig geblieben und gehen zudem einem ganz „normalen“ Job nach.

Sven Czerwienski: Ich bin gelernter Industriekaufmann und habe daher auch das notwenige kaufmännische Know-How, was auch beim Label hilft.

Sven Goder: Gut, dass Sven sich auskennt, wenn ich das mit den Zahlen gemacht hätte, wären wir nach dem zweiten Release schon pleite gewesen (Gelächter).

Ihr habt eure sichere Basis, die euch erlaubt, euch musikalisch auszutoben und müsst euch nicht verstellen.

Sven Goder: Das ist viel Wert, wir beide kennen uns mittlerweile auch schon 20 Jahre.

Sven Czerwienski: Wir verstellen uns nicht, das sind wir, manchmal wie ein altes Ehepaar.

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://www.flickr.com/photos/97588792@N03/sets/72157648455479088/

Video

Pornbugs: http://youtu.be/BUeOl1exefo