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Nature One 2015 – Bleiben so wie man ist

3 Aug

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„This one is dedicated to all the ravers in the nation.“ Dunes Ansage erklingt und tausende Hände schnellen Richtung Himmel. Es ist kurz nach Mitternacht am Samstag, 01. August 2015 und wir befinden uns auf der 21. Nature One auf der Raketenbasis Pydna im Hunsrück. Einmal jährlich herrscht hier in der Idylle ein Ausnahmezustand, der seinesgleichen sucht. Inmitten von jungen und alten Gleichgesinnten raven wir auf dem Classic Floor zu dem Sound längst vergangender Tage.

Rolle rückwärts: Dieses Jahr eine neue Herausforderung für uns, die Nature One vor dem offiziellen Start, dem MiXery-Opening am Donnerstagabend, zu erleben. Viele  reisten bereits seit dem frühen Morgen an, um pünktlich im Camping Village auf der Matte zu stehen. Wir checkten am frühen Abend im MiXery-Camp ein, von dort aus war es auch der schnellste Weg zum Gelände. Vor einer riesigen Bühne groovten sich die „endlich normalen Leute“ auf das bevorstehende lange Wochenende ein, um das „Wir-Gefühl“ zu erleben, den Alltag hinter sich zu lassen und auszurasten.

Staunend und teilweise leicht kopfschüttelnd beobachteten wir das rege Treiben auf dem Campingplatz am Freitagmittag. Hier gibt es Tag und Nacht keinen Ruhebereich, sondern einen Kampf der Sounds. Eine gute Vorbereitung ist dabei alles. Wir relaxten im MiXery-Camp in der Sonne, wer hier was vergessen hatte, bekam alles vor Ort.

Das ausverkaufte Nature One-Land öffnete um 20 Uhr für 65.000 Besucher die Tore. Wir erkundigten zu allererst das Gelände und statteten unseren Freunden vom Hexenhouse meets Heven & Hill Festival auf dem einen Berg und RauteMusik.FM meets HouseKeeper auf dem anderen Berg einen Besuch ab. Hier oben hatte man den Überblick und noch herrschte die Ruhe vor dem Sturm. Weiter ging es zu den Bunkern: Der Regenbogenflagge entlang zum Vogue Club for Gays, Lesbians & Friends und danach zur Technohölle von Acid Wars.

Es war kurz vor 22.30 Uhr, als WePLAY-Label-Chef Stefan Dabruck zum wiederholten Male auf dem Open Air Floor einheizte, natürlich nicht ohne mindestens einen Track seines Ziehsohns Robin Schulz zu spielen. Danach ging es für die Meute weiter zum House auf House, das in dieser Nacht vom Kölner Sublabel TONSPIEL gehostet wurde. Es war klar, dass das Zelt bereits früh aus allen Nähten platzen würde, obwohl es dieses Jahr noch vergrößert wurde. Highlight war, wie erwartet, der Auftritt vom Osnabrücker Jung Robin, der es genoss, so viele Jungs, Mädels & DJ-Kollegen seines Labels, um sich zu haben, u.a. Pingpong, Scheinizzl, FlicFlac und HUGEL.

Wie macht man sich fit für eine zweite, lange Partynacht?! An der Oxygen-Bar! So saßen wir am frühen Samstagabend am Tresen und testeten uns durch die Duftrichtungen. Wir entschieden uns für Cranberry, das versprach ein vitalisierendes Gefühl. Frei nach dem Motto „I´m hungry for the power“ konnte man hier für fünf Euro fünf Minuten Sauerstoff tanken. Den Jungs von DBN schien dies auch zu gefallen. Sie machten hier direkt einen Stopp mit einem Kamerateam, welches die DJs durch die Nacht begleitete.

Nach einer Runde Herzmusik bei Lexer, gefolgt von Maskenmann Claptone, war es um Mitternacht Zeit für die alljährliche Pressekonferenz. Oliver Vordemvenne von I-Motion berichtete über den reibungslosen und friedlichen Festivalablauf. Klaudia Gawlas erinnerte sich noch gut daran, wie sie 2005 als Raverin selbst noch campte und brannte für Ihren Gig im Century Circus, wo sie um 3.30 Uhr spielte. Selbst der Bürgermeister der Kreisverbandsgemeinde Kastellaun hatte sich 2015 nicht nehmen lassen, an der PK teilzunehmen. Freudestrahlend erzählte der Mann im Guns N´ Roses Shirt, dass er an diesem Wochendende nicht Bürgermeister von 15.000 Einwohnern ist, sondern von stolzen 80.000!

Nach dem riesigen Feuerwerk-Spektakel zur diesjährigen Hymne, legte Dr. Motte auf dem Classic-Terminal in guter, alter Schulmanier eine Platte nach der anderen auf die Teller. Er selbst sah aus wie ein „Space-Teddy“ und blieb bei seinem Set nicht hinter den Decks, sondern ravte auch davor ab. In diesem Moment hatte ich das diesjährige Motto „Stay as you are“ live vor Augen. Alle werden älter, junge Leute kommen nach, die die Berliner Loveparade nur aus Erzählungen kennen, EDM steht bei vielen ganz weit oben und wird auch auf der diesjährigen Nature mehr denn je gelebt, aber eines wird nicht vergessen: Der Ursprung in Kombination mit der Weiterentwicklung und deswegen meine Bitte: Der Classic Floor muss eine feste Institution bleiben! Genau wie DJ Dag, der die Nature One standesgemäß auf dem Open Air Floor verabschiedet.

Aber so weit war es noch nicht, die Sonne war längst noch nicht aufgegangen. Für Nacht | Hell ging es zurück zum House of House, unseren Lieblingsfloor. Der Berliner Sascha Braemer hielt hier seine What I Play-Flagge hoch und spielte konsequent den Sound, den es hier leider eher selten zu hören gibt und wenn, dann nur hier.

Wir fühlten uns in das letzte Jahr zurückgebeamt, als sich einige Jungs wieder mit ausgerissenen Baum-Ästen startklar für das Set von Dominik Eulberg machten. Der Mann aus dem Wald schien seine Naturaffinität auf das Publikum zu übertragen. Wie passend mitten im idyllischen Hunsrück. Manche Sachen bleiben halt so, wie sie sind.

Sonnenfrau

Video:

Pressekonferenz: https://youtu.be/WMiENWe_P1c

 

Melt! 2015 – Verschmelzung von Sonne und Mond

21 Jul

Was hat das mit dem X auf sich? Dieser Frage wollte Nacht | Hell auf den Grund gehen und folgte der Einladung von MiXery zum diesjährigen Melt! vom 17. – 20.07.2015 in Gräfenhainichen, eineinhalb Stunden von Berlin entfernt. Schon oft hatten wir von diesem besonderen Festival gehört, bei dem das Line-Up auf dem ersten Blick so gar nicht zusammenpasst und das selbst von Frauenmagazinen als „deutsches Coachella“ gehypt wird. Sollte das das Geheimnis sein, dass Kylie Minoque als diesjährige Headlinerin angekündigt wird, selbst ein Sven Väth 2015 das erste Mal in der „Stadt aus Stahl“ spielt, stylische Mädels aus ganz Europa mit echten Blumenkränzen rumschwirren und eine Leichtigkeit in der Luft liegt, die ich bis dato auf keinem Festival erlebt habe?!

Wir starteten unserem ersten Melt!-Trip am Freitag in Wittenberg, dort hatte MiXery Fun Travel in Zusammenarbeit mit Cool-Tours u.a. das Luther Hotel im Angebot. Von dort aus gab es einen regelmäßigen Busshuttle (45 Minuten) nach Ferropolis. Die zweite bequeme Variante war es, sich im MiXery Camp einzubuchen und sich über Dinge, wie den Aufbau des Zeltes keinen Kopf mehr machen zu müssen und den Alltag an der campeigenen Rezeption abzugeben. Fast wie im „All-inklusive-Urlaub“, hier konnte der MiXery-Camper die verschiedenen Geschmacksrichtungen testen, denn neben den bekannten Bier-Mixen gibt es seit ein paar Wochen auch Beer-Cocktails, wie Sex on the Beach, immer mit dem X.

Die Partyhungrigen reisten schon eher mit dem MiXery-Melt-Train an und hatten Party und ein eigenes Abteil zum Zurückziehen zugleich.

Bei noch 30 Grad im Schatten folgte für uns am frühen Abend ein etwas längerer Fußmarsch, der sich am Rande des Gremminer Sees hinzog. Vorbei an vegetarischen Ständen, sich selbst kompostierbaren Toiletten und dem Warsteiner-Backstage-Floor am Campingplatz, vor dem die Meute sich bereits seit der Pre-Party am Donnerstag fröhlich am Dancefloor und unter der Erfrischungsdusche einstimmte.

Nach Betreten der Pforten war es notwendig, sein Bändchen mit Geld aufzuladen, denn der Veranstalter hatte dieses Jahr das bargeldlose Bezahlen eingeführt. Nachdem man sich diese Basis geschaffen hatte, ging die Leichtigkeit des Seins los.

Wir hatten uns ganz klar die elektronischen Acts vorgenommen, ließen uns aber treiben und inspirieren, von Künstlern, die wir vorher noch nie gehört hatten. Nachdem wir uns einen groben Überblick über das Gelände und den sieben Floors verschafft haben, hatte sich die Sonne gerade verabschiedet und der Mond leuchtete voller Vorfreude.

Es ging los bei Claptone (live) auf der Gemini Stage, der direkt nach Tiefschwarz feat. Khan spielte. Der Mann mit der goldenen Maske ließ diese großzügig verteilen, so dass möglichst viele ein Teil seiner Anonymität annehmen konnten. Wir feierten mit vielen Claptones ausgelassen vor der Bühne.

Nach der geballten, deepen Ladung ging es unter freiem Himmel weiter und wir liefen 90er-Trash auf dem Disco-Floor in die Arme. Das war eine witzige Abwechslung, aber bitte nur ganz kurz!

Das altbekannte Grinsen von Chris Liebing strahlte über den Big Wheel Floor, der nachmittags noch von Markus Kavka eröffnet wurde. Endlich technoide Klänge, für drei Uhr nachts genau das Richtige für uns bis in die frühen Morgenstunden.

Im Hotel-Bus-Shuttle am Samstag auf dem Weg zum Melt! machten wir Bekanntschaft mit einer Truppe, die einen Stab gebastelt hatten, auf der oben drauf eine Feiereule thronte. Eine süße Idee und ein Teil der Ausgelassenheit dieses Wochenendes.

Der Abend stand ganz klar im Fokus von Kylie Minogue. Bis zu ihrem Auftritt, war sie Gesprächsmittelpunkt und jeder wollte wenigstens einen kurzen Blick auf die australische Sängerin erhaschen. Die Massen drängten sich schon früh vor der überdimensionalen Hauptbühne, dort wo Sonne und Mond verschmelzen.

In Front of Stage hatte die Karlsberg Brauerei Geschäftspartner in ihre MiXery Skylounge eingeladen, diese war leider nur für maximal 35 Personen zugelassen. Bei allen, die einen Platz ergattert hatten, war die Freude groß. Kylies Worte „Read my body language“ waren ansteckend und so ließen ein paar Jungs und Jungs, aber auch Mädels, ihre Hüfte hier oben mitkreisen. Kylie im roten Bühnenoutfit und die heißen Tänzerinnen ergänzten ihre sexy Show. Es folgte ein Hit auf den nächsten, bis Kylie Minogue für ihre deutschen Fans „99 Luftballons“ von Nena anstimmte, eine charmante Idee!

Als Kontrastprogramm dazu gaben wir uns den Big Wheel Floor, auf dem Urgestein Sven Väth ablieferte und selbst staunte, gab es doch auch mal etwas Neues für ihn. Im Anschluss lernten wir den Sound von Ryan Elliott kennen und machten einfach weiter.

Es war hell und die Sonne knallte, als wir auf dem Sleepless-Floor landeten. Frei nach dem Motto „I can´t get no sleep“ folgten wir den Klängen von Pete Tong, der uns auf eine musikalische Reise von Berlin nach Ibiza mitnahm. Unser Favorit-Set.

Sonnenfrau

Videos:

Claptone: https://youtu.be/ueztgr8dPgc

Kylie Minogue: https://youtu.be/m2hrIdj2Vk8