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Zurück ins Raveland – Wonderful Days im Bootshaus, Kölle

11 Feb

img_8823Es gibt Dinge, die verstauben im Laufe der Zeit. Die Kassette aus den 90ern, die einen viel zu langen Schlaf in irgendeiner Schublade hält. Das Longsleeve mit plakativen Aufdruck von der Loveparade „Love Is The Key“ o.ä. Die Lieblingsvinyls und die dazugehörige Plattentasche – wo waren die nochmal? Manchen Lieblingsdingen wurde am Samstag, 09.02.2019 frisches Leben eingehaucht – bei Wonderful Days, The Classic Rave Festival im Booshaus, Köln.

Die Sehnsucht nach einer Reise zurück ins Raveland ist groß – kurz nach Eröffnung der Tore – meldete der Veranstalter Dancefield – „Ausverkauft!“

img_8800Wann gibt es diese Classic-Acts auch in so komprimierter Form?! Hier ein Auszug aus dem Line-Up: Marusha, Miss Djax, Dave202, Talla 2XLC, DJ Dag, Quicksilver, Hooligan, Kai Tracid, Jam el Mar, Taucher, Mark Oh, Melanie di Tria, Marco Zaffarano, Claus Bachor b2b Roland Casper.

Auf drei Floors und im Außenbereich (präsentiert von Pioneer DJ mit sunshinelive-DJs) wurde gefeiert.

Es tanzte der Raver in Schlaghose und Neon-Knicklicht, neben der Sechzigjährigen, die nach langer Zeit mal wieder einen drauf machte und der Jungspund, der das Meiste nur vom Hörensagen kannte.

img_8807Unser persönliches Highlight waren die vielen Klassiker, die insgesamt gespielt wurden. Tracks, die man schon fast vergessen hatte, plus das damit verbundene Gefühl und die Möglichkeit, immer wieder die Location zu wechseln.

Es war zu fortgeschrittener Stunde zwar sehr voll, aber insgesamt herrschte diese friedliche Atmosphäre, die wir heutzutage oft vermissen.

Einziges Manko: Die Playtime der DJs, eine Stunde war viel zu kurz. Dafür mischte sich der eine oder andere Künstler auch mit ins Getümmel.

img_8816Positiv aufgefallen ist uns, was früher gang und gäbe war, dass die DJs sich gegenseitig besuchten und zusammen abfeierten. Und es nicht hieß: „Ich komme gerade an und muss direkt weiter, habe gleich noch einen Anschlussgig und schließlich ein Familie zu ernähren…“

Unser Tipp: Schaut euch die Videoausschnitte an, die sprechen Bände.

Nacht | Hell freut sich auf eine erneute Wiederbelebung. Wer hat nicht gerne Wonderful Days – bzw. Nights…

Sonnenfrau

Bildergalerie: https://flic.kr/s/aHsmArdQQK

Kai Tracid – Ein Leben als Global Player

4 Feb

Wir trafen Kai, um mit ihm über sein Leben als Global Player zu sprechen und mehr über seine neuen Projekte zu erfahren. Here We Go!

Kai, du kommst gerade von deiner Tour in Australien. Man merkt dir die Anstrengung kein bisschen an. Wie machst du das? Okay, rund 30 Stunden im Flieger zu sitzen ist schon ganz schön hart. Aber was solls? Ich habe in Australien viel Spaß gehabt. Es war schön, drei Wochen am anderen Ende der Welt zu sein und in Sydney, Melbourne und so aufzulegen. Die Clubs waren total ausgebucht. Was will ich mehr? Dafür lohnt sich der Reisestress.

Du bist gerade weltweit auf der Überholspur. Macht dir die Krise des Technos nicht trotzdem ein wenig Angst? Ich finde der Zeitpunkt ist gekommen, wo sich die Szene „gesundschrumpfen“ muss. Für mich macht es keinen Sinn zu jammern, da lege ich lieber noch einen Zahn zu.

Verstehe. Was hast du zuletzt gemacht? Aktuell ist die Single “Consious”. Ist auch auf meinem Label Tracid Traxxx erschienen. Und mein Remix für „Mars“ von Emanuel Top, den Track hat übrigens auch Monika Kruse für uns geremixt.

Wie lange produzierst du eigentlich schon?
Angefangen hat alles damit, dass ich mich Ende der 80er-Jahre von der Hip Hop-Szene getrennt habe und mich dem Frankfurter Techno zugewendet habe. Gerade die Clubnights von Sven Väth, der ja zu der Zeit noch viel Trance gespielt hat, haben mich inspiriert. Also habe ich meine 1210er und den Battle-Mixer gegen einen PC, einen Korg Poly 800 Synthesizer und mein erstes Cubase (Sequenzer-Software) eingetauscht.

Und da wurde Kai Tracid geboren? Nein, das Projekt Kai Tracid entstand erst viel später. 1996 glaube ich kam die erste Kai Tracid auf „Suck me Plasma“ mit dem Title „So Simple“. 1997 gelang dann mit „Your Own Reality“ der große Durchbruch, der mich auch dazu bewegte, wieder aufzulegen.

Was meinst du, was deinen Erfolg ausmacht? Das ist schwer zu sagen. Wir haben halt mit Tracid Traxxx unseren eigenen Sound geschaffen. Und der kommt immer wieder gut an und so bleiben wir ihm treu. Bei Kai Tracid im Speziellen ist es, wie der Name schon sagt, die Mischung aus Trance und Acid gepaart mit interessanten Texten.

Nachdem du in den vergangenen Jahren Europa mit deiner Musik eingenommen hast, reißt man sich nun verstärkt international um deinen Sound. Das ist wohl wahr. Ich sitze nahezu jedes Wochenende im Flieger, um neue Kontinente zu entdecken.

Auf deinem Label Tracid Traxxx sind mittlerweile rund 50 Releases vertreten, die auch alle in den Dance Charts waren oder sind. Ja, das macht mich auch extrem stolz. Da kann ich meinen Künstlern und unseren Fans für ihren jahrelangen Support nur danken. Wir arbeiten gerade an einer Jubiläums-Veröffentlichung, auf der alle Künstler in verschiedenen Kombinationen was machen. z.B. A*S*Y*S* mit Hennes & Cold oder Derb mit Kenji Ogura oder Kai Tracid mit Kan Cold.

Was steht sonst aktuell noch an? Ich war gerade in Miami auf der „Winter Music Conference“ und da hatte ich einen Auftritt beim Dreh von einem US-Movie. Der heißt „Hey DJ!“ und soll in diesem Jahr noch in die Kinos kommen. Sobald ich weiß, wann der Streifen in Deutschland anläuft, sag ich euch Bescheid !

Wo siehst du deinen Platz in der Dance-Szene? Was ist dir persönlich wichtig? Ich gehe meinen eigenen Weg, das ist mir besonders wichtig. Ich lasse mir ungern was vorschreiben. Ich bin begeisterter Paintball-Spieler, nicht nur weil es mir Spaß macht, sondern auch weil ich es mag, wenn Leute das mit verständnislosem Kopfschütteln hinnehmen. Was die Szene betrifft, ist es mir wichtig Musik zu machen und nicht einen Rummel um mich zu schaffen.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

Nature One – Live Your Passion

21 Aug

RLReviewNO(Veröffentlicht im Raveline-Magazin)

Airport Explosion

14 Jun
Gerne folgten wir am 12.06.04 der Einladung der Eventagentur Ganesha Promotion, die auch dieses Jahr wieder die Airport Explosion in Hannover direkt und live am Flughafen realisiert haben. Ab 2 Uhr hieß es in der Flugzeughalle 3 für alle Liebhaber elektronischer Musik „Fasten your seat belts and be ready for take off“.

Was für ein organisatorischer Aufwand dachte ich mir, als ich das Veranstaltungsgelände betrat: Die Fenster der Flughalle waren komplett abgeklebt, um drinnen ein Lichtsytem der Extraklasse zu bieten, sensationell!

Leider blieb am Anfang der große Andrang aus… was aber in Hannover nichts heißt, denn uns wurde gesagt, die Hannoveraner machten sich immer erst recht spät „auf die Socken“ zur Party. Erstmal erkundete ich das Gelände. Sehr zufrieden darüber, dass es nicht regnete, nahm ich die nicht-hochsommerlichen Temperaturen in Kauf.
Der Stollestand mit den gewohnt krassen Kleidungsstücken, CDs, Vinyls, Sonnenbrillen und Flyern, war gleich am Eingang am Start. Von hier aus ging es weiter zum Housezelt, gegenüberliegend von der kleineren Halle. Drinnen begrüßten mich die Tranceklänge von Kai Tracid und viele tanzten sich schon jetzt wortwörtlich in Trance.
Nach einem netten Plausch und Drinks hatte ich Lust zu tanzen und ließ mich vom Housezelt locken, eher unbekannte DJs wie Mario Aureo und DJ Skeet rockten mit klasse Electro-House Scheiben. Nebenan im Floor 2 gab es für die Liebhaber der härteren Gangart Miss Djax, gefolgt von Vanguard (live). Zurück in der Flugzeughalle überzeugte Stefan Küchenmeister von TokTok allein mit einem Live-Set im Berlinstyle.
Moguai war derjenige, der das Fass zum Überlaufen brachte und die Nacht erreichte ihren Höhepunkt. Nach der musikalischen Landung mit Moguai, folgte Hannover like Talla 2XLC und Melanie di Tria in der Mainarea. Draußen war es mittlerweile hell. Bis mindestens 10 Uhr wurden noch auf den verschiedenen Floors weitergefeiert.
(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)