Tonka – Zurück mit neuer Musik

4 Apr
Tonka Is Back! Wir haben uns mit ihm über sein neues Album „84“ unterhalten und die Frage geklärt, warum es so lange still um ihn geworden ist.
 

Wie kommt es, dass man so lange nichts mehr von dir gehört hat? Das liegt daran, dass ich mich die letzten anderthalb Jahre auf die Produktion zu „84“ konzentriert habe, welches natürlich unweigerlich zu einer starken Einschränkung meiner Veröffentlichungen geführt hat. Das Remixen wurde vorerst auch auf Eis gelegt, damit ich all meine Ideen direkt in das Album einfließen lassen konnte.

Was steckt hinter dem Titelnamen deines neuen Albums? Hinter der Titelwahl 84 verbergen sich verschiedene Gründe, wie z.B. die Idee, ein persönliches Resümee der letzten 20 Jahre zu ziehen. Ein wesentlicher Grund ist jedoch, dass ich mich im Alter von zehn Jahren bereits sehr auf Musik fokussiert hatte. Man könnte das Jahr 1984 somit auch als Schlüsseljahr bezeichnen. Das Horten von Megamixes (je länger desto besser) und Maxiversionen verschiedenster Achtziger-Lieblingsbands wie ABC, Depeche Mode oder Kajagoogoo auf Tapes wurde zur Hauptbeschäftigung. Abgesehen davon stellt das Jahr 1984 aus musikalischer Sicht gesehen für mich nach wie vor das stärkste Jahr der Achtziger dar. Sowohl was die Veröffentlichungen im Bereich Pop, Wave oder auch Elektro anbelangt, als auch in Bezug auf das Weichenstellen für spätere musikalische Strömungen. Breakdance, zum Beispiel, war ein sehr wichtiges Thema, oder BMX! In dieser Zeit habe ich angefangen, Musik sehr viel bewusster aufzunehmen. Das Video I.O.U von Freeze wirkte neben den Featuren von BMX-Rädern, auch musikalisch sehr stark auf mich. Neben Arthur Baker, der für I.O.U. und auch für Afrika Bambaataas „Planet Rock“ an den Reglern saß, hatten auch weitere Dance-Produzenten der damaligen Zeit wie John „Jellybean“ Benitez (Madonna) oder Trevor Horn (Propaganda, Frankie Goes To Hollywood, The Art Of Noise) sehr starken Einfluss auf mich.  So auch Italo Disco; diese Art von Synthy-Pop hatte übrigens meiner Meinung nach einen mindestens so großen Einfluss auf den späteren House-Sound wie beispielsweise Kraftwerk.

Was für einen Sound erwartet uns auf „84“? Soundmäßig lässt sich „84“ in verschiedene Phasen oder musikalische Abschnitte einteilen. Als grobe Überbegriffe wären da (auch wenn ich kein Fan von „Schubladen“ bin!) House, Offbeat, Downbeat und Pop zu nennen. Zudem findet sich am Ende des Albums mit „Tasty“ und „The Night“ (das Original von Valerie Dore stammt übrigens auch aus dem Jahr 1984) eine Art Hommage an den frühen Italo-Disco-Sound.

Wie würdest du den Style, den du momentan auflegst, bezeichnen? Was die Plattenauswahl anbelangt, dreht sich’s bei mir hauptsächlich um positiv besetzten Dance-Sound im weitesten Sinne. Themen wie Cut-up-Disco, 80s und Breakbeat spielen dabei eine wesentliche Rolle. Ich halte nicht viel von kurzweiligen Trends und verlasse mich lieber, wie auch im Studio, auf mein Bauchgefühl. Mixtechnisch geht das Ganze mittlerweile eher in Richtung Cutten und Scratchen.

Viele kennen dich als House-Produzenten, erzähl uns doch mal von deinen weiteren Produktionen! Wenn man sich das Album 84 im Vergleich zu Peaktime anhört, bekommt man schon einen leichten Einblick, in welche Richtungen es in Zukunft noch gehen könnte. Zeitgemäße Poptunes mit Songstruktur wie „The Garden“ oder eben etwas ruhigere oder ernsthafte Themen a la „Believe“ könnten da durchaus als Ansatz verstanden werden. Die für mich neue Plattform Album hat mir dies eigentlich erstmals ermöglicht.

Deine Pläne für 2004? Erst mal schau’n wie es mit dem Album so läuft. Eine Single für Kim Appleby ist auch schon in der Mache und dem Herrn Pooley schulde ich nach Get Back auch noch einen Remix… Haben uns aber schon was nettes Vocaliges von seinem neuen Album rausgesucht. Eine Clubtour zum neuen Album ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant, allerdings werde ich mir die ein oder andere Album-Releaseparty nicht nehmen lassen.

(Veröffentlicht im Partysan-Magazin)

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